30.09.2011 – Deutsche Gastronomen müssen monatlich teilweise 112 Tassen Kaffee mehr verkaufen, um die Gebühren für die Außengastronomie zahlen zu können. Nur Kiel nimmt gar keine Gebühren.
Das geht aus einer Erhebung des Online-Reisebüros Ab-in-den-urlaub.de unter den 117 größten Städten in Deutschland hervor. In die Analyse flossen jedoch nur die "Sondernutzungsgebühren für Außenbewirtschaftung in der besten Lage" ein, also die Gebühren für viel frequentierte Innenstadtplätze- oder -straßen.
Der Analyse zufolge nehmen die Städte insgesamt mittlerweile 16 Millionen Euro mit Gebühren für Außengastronomie ein. Die höchsten Gebühren zahlten Gastronomen in Hannover, Rostock und Bonn.
In Hannover seien im Schnitt 256,80 pro Monat und Restaurant in der besten Lage fällig – bei angenommenen durchschnittlichen 20 Quadratmetern Stellfläche. Die Stadt Rostock nehme durchschnittlich 250 Euro, Bonn, Darmstadt oder Konstanz jeweils 200 Euro.
Insgesamt 35 Städte wurden dem preislichen Mittelfeld zugeordnet – darunter Düsseldorf (133 Euro), Köln (126 Euro), Würzburg (120 Euro) und Leipzig (100 Euro).
Weitere 47 Städte gelten als ausgesprochen "außengastro-freundlich". In diesen Städten würden im Monat weniger als 94,40 Euro für eine 20-Quadratmeter-Stellfläche an den städtischen Säckel überwiesen. Hierzu gehören Münster, Dresden, Frankfurt a.M., Mainz, Augsburg, Oldenburg, Magdeburg, Berlin und Bremen.
Die Stadt Kiel nehme überhaupt keine Gebühren. Seit dieser Null-Gebühren-Politik von 2005 habe sich die Anzahl der Freisitzanlagen mehr als verdoppelt.
Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Die Gastronomen müssen teilweise pro Monat bis zu 112 Tassen Kaffee zusätzlich zum Preis von je 2,30 oder etwa 122 Pils (0,3 Liter) zum Preis von je etwa 2,10 € verkaufen, um die Gebühren bezahlen zu können.
Tendenz: steigend. Der Grund: Viele Kommunen benötigten dringend Geld. Entsprechend würden auch die "Außengastro-Gebühren" oftmals von Jahr zu Jahr angehoben. (uqrl)