02.12.2011 - Unternehmen müssen eher mit Nachforderungen rechnen, wenn während der Betriebsprüfung ein angespanntes oder feindliches Klima herrschte.
Diesen Zusammenhang zwischen dem Betriebsprüfungsklima und steuerlichen Mehrbelastungen hat die Deloitte-Umfrage "Betriebsprüfung-Belastungstest" bestätigt, für die 733 Großbetriebe zu ihren Erfahrungen mit einer Betriebsprüfung befragt wurden.
Demnach sahen sich die befragten Unternehmen mehrheitlich relevanten oder starken Nachforderungen ausgesetzt, wenn ein feindliches Betriebsprüfungsklima zu spüren war.
Allerdings gaben die Umfrageteilnehmer laut Deloitte in der Mehrzahl ein freundliches oder sachlich-neutrales Klima während der Betriebsprüfung an. Nur jedes zehnte Unternehmen habe ein angespanntes und nur jedes hundertste ein feindliches Klima genannt.
Der Fokus einer Betriebsprüfung bei den allgemeinen Ertragsteuern lag der Umfrage zufolge bei der Anerkennung von Rückstellungsaufwand, der Bewertung von Anlagevermögen und den verdeckten Gewinnausschüttungen.
Bei Verrechnungspreisen hätten insbesondere auslandsbeherrschte Unternehmen Mehrbelastungen zu tragen. Hier hätten die Prüfer meist beanstandet, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen den verbundenen Unternehmen kaum oder nur unzureichend dokumentiert wurden.
Betriebsveranstaltungen und geldwerte Vorteile seien die wesentlichen Punkte der Lohnsteuerprüfungen gewesen. Gewerbesteuerlich sei die Hinzurechnungsvorschrift des Paragraphen 8 GewStG das beherrschende Thema gewesen.
Die höchsten Nachforderungen gab es laut Deloitte aufgrund fehlerhaft aufgeteilter Vorsteuerbeträge bei teilweise steuerfreien Ausgangsumsätzen – ebenso wie bei fehlerhafter Buch- und Belegnachweise für innergemeinschaftliche Lieferungen und Ausfuhrlieferungen bei der Umsatzsteuer. (uqrl)