Neuregelung der Stromnetzentgelte trifft Mittelstand und Verbraucher

Energiewendepaket

25.11.2011 – Beim geplanten Ausbau der Stromnetze könnten auf den Mittelstand und Privatverbraucher bis zu einer Milliarde Euro Mehrkosten zukommen. Für energieintensive Branchen gelten dagegen großzügige Ausnahmen.

Wie der Bund der Selbständigen (BDS) Bayern informiert, gehe das aus Berechnungen des Bundes der Energieverbraucher hervor. Demnach könnten durch die erhöhten Netzentgelte für den Mittelstand und für Privatverbraucher durchschnittlich 0,55 Cent pro Kilowattstunde mehr fällig werden.

Große Stromverbraucher von Mehrkosten befreit

Die geplante Neuregelung sei Bestandteil des Energiewendepaketes. Fast komplett von den Netzentgelten befreit würden Unternehmen, die mindestens 7.000 Stunden am Netz hängen und einen Jahresverbrauch von mehr als zehn Millionen Kilowattstunden haben.

Damit können sich laut BDS rund 600 deutsche Unternehmen freuen, die ein Sechstel des Stroms bereits jetzt zum subventionierten Preis verbrauchen. Die geplante Neuregelung der Stromnetzentgelte sei eine "dreiste Umverteilung vom Mittelstand zur Energiefresserindustrie", so der Bund der Selbständigen Bayern.

Ingolf F. Brauner, Präsident des Bundes der Selbständigen (BDS) – Gewerbeverband Bayern: "Es ist eine ziemliche Unverschämtheit, dass Energiefresserindustrien Strom in Zukunft quasi mautfrei geliefert bekommen, während der Mittelstand für das Durchleiten von Strom durch die Netze bald mehr bezahlen muss."

Beschwerde bei der EU eingelegt

Ingolf F. Brauner zufolge hat der Bund der Energieverbraucher Beschwerde bei der EU in Brüssel eingelegt – aus gutem Grund, so Brauner: "Schließlich ist der Verdacht der unerlaubten Beihilfe bei einem solch großzügigen Geschenk nicht ganz abwegig. Um ein Beihilfeverfahren in Brüssel zu vermeiden, sollte die Bundesregierung diese ungerechte Umverteilung vom Mittelstand zu den Energiefressern am besten gleich zurückzunehmen." (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: