24.01.2011 - Nun lockert auch Österreich das Bankgeheimnis gegenüber Deutschland: Deutsche Steuerfahnder erhalten künftig schneller Informationen über Steuersünder.
Das entsprechende Doppelbesteuerungsabkommen habe die Regierung in Wien beschlossen, berichtet das Handelsblatt.
Die Alpenrepublik will demnach die OECD-Regeln gegen Steuerhinterzieher anwenden.
Bisher hätten österreichische Banken deutschen Fahndern nur dann Konteneinblicke gewährt, wenn in Deutschland bereits ein Strafverfahren gegen den vermeintlichen Steuersünder eingeleitet worden sei.
Vom 1. Januar 2011 an solle dagegen ein "begründeter Verdacht" reichen, damit die Fahnder Einblicke in Kundendaten erhalten.
Österreichs Regierung begrüße die neuen OECD-Regeln. Laut dem österreichischen Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) sei die Zusammenarbeit in Steuerangelegenheiten besonders wichtig, weil Deutschland und Österreich wirtschaftlich eng verflochten seien.
Laut Handelsblatt ist die Bundesregierung damit bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung vorangekommen: Es gebe immer weniger Fluchtburgen für deutsche Steuersünder.
Deutschland habe zahlreiche Einigungen mit entsprechenden Steueroasen erzielt, darunter mit Liechtenstein, mit Luxemburg und mit den Cayman-Inseln.
Als nächsten Schritt plane das Bundesfinanzministerium Verhandlungen über ein Steuerabkommen mit Singapur. (uqrl)