13.10.2011 – Deutsche Mandanten beklagen, dass sie ihre Rechtsanwälte schwer erreichen. Außerdem bleiben sie bezüglich der Anwaltskosten oft im Unklaren.
Das ist das Ergebnis der Studie "Mandanten sagen aus" des Weiterbildungsinstituts Straßenberger Konsens-Training, das dafür fast 700 Mandanten und mehr als 400 Rechtsanwälte befragt hat.
Demnach bemängelt jeder zweite Mandant, dass er vorab von seinem Anwalt nicht über die Kosten informiert wurde. Ein weiterer Kritikpunkt: die mangelhafte Erreichbarkeit. So vergaben nur 14 Prozent der Mandanten den Juristen die Note "Sehr gut" dafür, dass sie ihre Rückrufversprechen einhalten.
Insgesamt sei das Anwalts-Mandanten-Verhältnis allerdings gut: Rund 84 Prozent der Befragten seien mit ihrem Rechtsvertreter zufrieden oder sehr zufrieden. Die Idealvorstellung eines Rechtsanwalts: Zuhörer, Ratgeber und Problemlöser.
Studienleiterin Maria Anna Musold: "Auf dieser menschlichen Ebene befriedigen Anwälte – ähnlich wie Ärzte oder Priester – offenbar ein grundlegendes Bedürfnis nach persönlicher Aufmerksamkeit, das in unserer schnelllebigen Hochtechnologie-Gesellschaft unterzugehen droht."
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die meisten Mandanten (59 Prozent) sind aufgrund von Empfehlungen zu einem bestimmten Anwalt gegangen. Nur 28 Prozent hätten eine Kanzlei im Internet gesucht.
Musold: "Dies zeigt eindeutig, dass positive Mundpropaganda zufriedener Mandanten nach wie vor die beste Visitenkarte einer Anwaltskanzlei ist." (uqrl)