14.12.2011 - Die Steuer- und Abgabenlast für kleine und mittlere Unternehmen ist weltweit gesunken. Nur deutsche Betriebe zahlen ebenso viel wie eh und je.
Das ist ein Ergebnis der Studie "Paying Taxes 2012" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mit der Weltbank und der International Finance Corporation (IFC). Von niedrigeren Steuersätzen, einem vereinfachten Steuersystem und von weniger Bürokratie profitieren demnach Betriebe in 123 von insgesamt 183 Staaten.
Im Jahr 2010/2011 machten laut PwC weltweit 33 Staaten das Steuerzahlen einfacher: Allein 23 Länder führten Online-Systeme zur Steuererklärung bzw. -zahlung für Unternehmen ein oder erweiterten bestehende Systeme um neue Merkmale.
Der Anteil aller Steuern und Abgaben am Unternehmensgewinn ("Total Tax Rate", TTR) fiel im Jahr 2010 im globalen Durchschnitt auf 44,8 Prozent – 8,5 Prozentpunkte weniger als 2006.
Der nötige Zeitaufwand für die Steuer- und Abgabenverwaltung in den Unternehmen liege nunmehr bei 277 Stunden. Das seien 54 Stunden weniger als 2006. Die Zahl der Steuertermine reduzierte sich um fünf auf 28,5 pro Jahr.
Gegenüber der Vorjahresstudie sei der Standort Deutschland um zwei Positionen auf Rang 86 geklettert. Die deutsche Steuer- und Abgabenquote liege klar über dem weltweiten Durchschnitt.
Im weltweiten "Total Tax Rate"-Ranking veränderte sich Deutschland kaum – von Platz 128 im Vorjahr auf Platz 130 im Jahr 2011: Die "Total Tax Rate" sei geringfügig von 48,2 Prozent auf 46,7 Prozent gesunken. Grund dafür ist laut PwC die vorübergehende Verbesserung der Abschreibungsmöglichkeiten.
Der bürokratische Zeitaufwand sei gegenüber 2010 mit 221 Stunden statt 215 Stunden fast unverändert geblieben. PwC geht allerdings davon aus, dass der Zeitaufwand durch die zukünftige Verpflichtung zur E-Bilanz in den nächsten Jahren weiter steigen wird.
Gegenstand der deutschen Betrachtung war laut PwC ein Produktionsunternehmen mit 60 Arbeitnehmern mit Sitz in Berlin.
Untersucht wurden alle Steuern und Abgaben, die dieses Produktionsunternehmen zahlt, darunter Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag sowie "versteckte" Steuern und Abgaben wie der Arbeitgeberanteil am Sozialversicherungsbeitrag oder Energiesteuer, Grundsteuer, Versicherungsteuer und LkW-Maut.
Das Ergebnis: Zu jedem Euro, den das Produktionsunternehmen an Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer zahlt, kommen "versteckte" Steuern von 1,45 Euro hinzu. (uqrl)