Die meisten Menschen glauben an ihre kommunikative Begabung. Leider ist oft das Gegenteil der Fall – was sich im Kundengespräch nachteilig auswirkt. Hier lesen Sie, wie Sie erfolgreich kommunizieren.
Der Kommunikationstrainer Hans Eigenmann, Autor des Buches "Klartext. Wie uns Kommunikation gelingt", erklärt die zehn Gebote erfolgreicher Kommunikation.
Es ist ein Unterschied, ob Sie einen Sachverhalt einem Busfahrer oder einem Apotheker erklären müssen. Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Gesprächspartner Argumente oder Fakten hören will, oder ob emotionale Inhalte besser ankommen. Fragen Sie sich, ob Sie einen "Stillen" oder eine "Besserwisser" vor sich haben.
Ob Sie reden, mailen oder präsentieren: Kommunizieren Sie spannend! Errichten Sie einen Spannungsbogen, indem Sie zum Beispiel ein Thema anschneiden, dann aber noch nicht alles dazu sagen. Vermeiden Sie hölzerne Ausdrucksweisen, verwenden Sie sprachliche Bilder.
Halten Sie sich immer an die KKK-Regel: Kurz, klar und knackig! Garnieren Sie Ihre Kernbotschaften nicht mit Unwichtigem, holen Sie nicht zu weit aus. Eine Einleitung in zwei Sätzen genügt bei den meisten Botschaften vollauf.
Der Mensch orientiert sein Verhalten am Nutzen, den er erhalten kann. Es soll Ihren Gesprächspartnern etwas bringen, mit Ihnen zu kommunizieren. Sagen, schreiben Sie, was es bringt, Ihnen zuzuhören. Damit wecken Sie die Aufmerksamkeit, die Sie wollen.
Es wird immer dann schwierig in der Kommunikation, wenn wir negative Botschaften übermitteln müssen. Wir neigen dann zum Beschönigen, oft sogar zum Lügen. Klartext-Kommunikation heißt aber, Wahrheiten nicht mit süßer Sauce zu übertünchen.
Fühlen Sie sich in Ihre Kommunikationspartner ein. Überlegen Sie sich vor jeder E-Mail, vor jedem Telefonanruf und jedem Gespräch, was Sie an der Stelle Ihres Botschafts-Empfängers erwarten würden – und handeln Sie entsprechend.
Wenn Sie Klartext reden oder schreiben möchten, müssen Sie sich vorher Klarheit verschaffen: Wo stehen Sie selbst, was möchten vermitteln? So wird Ihre Kommunikation überzeugend, und Sie erreichen, was Sie wollen.
Das trockene Amtsdeutsch zeichnet sich durch die übermäßige Verwendung von Substantiven auf –heit, -ung, -ismus oder –schaft aus. Verwenden Sie Verben. Vermeiden Sie Genitivketten: Nicht so: "Der Wortlaut des Beschlusses des Landtags von Baden-Württemberg". Besser: "Der Landtag von Baden-Württemberg hat wörtlich festgelegt…"
Wenn die Krankenschwester der betagten Patientin nach deren Läuten sagt "Aber nicht schon wieder, Frau Schneider!", dann schwingt ein Vorwurf mit. Denken Sie immer daran, dass es neben dem Inhalt auch eine Appell-Ebene ("lassen Sie das ewige Läuten!") und eine Beziehungs-Ebene gibt. Auch die Körpersprache beeinflusst Ihre Wirkung: Ein Lächeln macht vieles leichter.
Haben Sie schon einmal jemandem eine E-Mail gesandt und keine Reaktion erhalten? Das ist ein schlechter Stil. So gut wie Sie im mündlichen Gespräch nicken, Ja sagen oder sonst wie signalisieren, dass die Botschaft des Absenders angekommen ist, müssen Sie das auch im Mailverkehr tun.
(uqrl)