04.10.2011 - Seit 2009 haben mehr deutsche Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz von West nach Ost verlegt als umgekehrt – obwohl die Löhne im Osten Deutschlands niedriger sind.
Wie das Business-Netzwerk Xing analysiert hat, zog es allein 2011 rund 20.700 Berufstätige vom Westen in den Osten. Umgekehrt gingen 19.500 Arbeitnehmer von Ost nach West.
Generell wechseln Xing zufolge immer mehr Menschen ihren Job über die früheren Landesgrenzen hinweg: Allein in den vergangenen fünf Jahren habe der Zuwachs rund 700 Prozent betragen.
Die beliebtesten Ziel-Städte im Osten Deutschlands:
Die beliebtesten Ziel-Städte im Westen Deutschlands:
Angesichts der Lohnentwicklung seit der Wende ist dieses Ergebnis erstaunlich: Wie eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung zeigt, liegen die durchschnittlichen Bruttolöhne im Osten 17 Prozent niedriger als im Westen.
Nur bei Tariflöhnen zeigten sich deutlich geringere Unterschiede: Die tariflichen Grundvergütungen in den neuen Ländern erreichten 2010 rund 96 Prozent des West-Niveaus.
Unterschiede zeigten sich bei den tariflichen Arbeitszeiten und bei Sonderzahlungen wie dem Weihnachtsgeld. Laut Reinhard Bispinck, dem Tarifexperten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung, lag die tarifliche Wochenarbeitszeit Ende 2010 bei 38,8 Stunden im Osten und 37,5 Stunden im Westen. (uqrl)