29.07.2011 – In Deutschlands Chef-Etagen herrscht chronischer Schlafmangel: Im Schnitt haben Führungskräfte sechs Stunden und zehn Minuten Nachtruhe. Häufig beeinflusst die Übermüdung wichtige Verhandlungen.
Das ergibt das "Capital-Elite-Panel" des Wirtschaftsmagazins Capital. Die Ergebnisse des Panels sind in Ausgabe 8/2011 zu finden.
Demnach bekommen deutsche Führungsspitzen im Schnitt 40 Minuten weniger Schlaf, als sie nach eigenen Angaben bräuchten, um sich am nächsten Tag wieder hundertprozentig fit zu fühlen.
Besonders akut sei der Schlafmangel unter Spitzenpolitikern: 31 Prozent von ihnen kämen pro Nacht bis zu fünf Stunden zur Ruhe. In der Wirtschaft seien es immerhin nur 18 Prozent. In der Verwaltung liege der Anteil bei 57, unter Top-Managern bei 49 Prozent.
Der Dauerstress hat laut Capital spürbare Folgen für wichtige Entscheidungen: 57 Prozent der Befragten hätten schon einmal persönlich erlebt, dass müde Teilnehmer wichtige Verhandlungen maßgeblich beeinflusst haben – etwa durch plötzliche Zugeständnisse.
Die persönlichen Schlafgewohnheiten haben Capital zufolge auch Einfluss auf die Karriere: Nach Ansicht von 51 Prozent der Spitzenpolitiker und 50 Prozent der Chefbürokraten hätten Normal- oder gar Vielschläfer von vornherein keine Chance auf einen Top-Job.
Für die Studie hat das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag von Capital 519 Spitzenpolitiker, Unternehmenschefs und Behördenleiter befragt, darunter 19 Minister und Ministerpräsidenten, 21 Leiter von Bundes- bzw. Landesbehörden sowie 77 Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern. (uqrl)