Eine Million Deutsche wollen sich im Herbst und Winter krankschreiben lassen

Umfrage

19.09.2011 – Rund eine Million Arbeitnehmer planen, sich im anstehenden Herbst und Winter krankschreiben zu lassen. Weitere 687.000 Arbeitnehmer überlegen noch.

Das geht aus einer Umfrage des deutschen Börsenportals www.boersennews.de unter 1.000 Befragten hervor. Demnach beträgt der volkswirtschaftliche Schaden durch die vorsätzlichen Krankschreibungen bis zu 1,24 Milliarden Euro.

Rund 713.000 Deutsche wollten sich im Herbst und Winter für mindestens drei Tage krankschreiben lassen. 286.000 planen der Umfrage zufolge eine gute Woche Sonderurlaub auf dem heimischen Sofa.

Vielfältige Begründungen

Die Begründungen der Befragten: Laut boersennews.de wollen sich rund 320.000 Deutsche krankschreiben lassen, um sich "einem Konflikt in der Firma zu entziehen". Fast 293.000 Arbeitnehmer freuten sich auf ihren Sonderurlaub, da sie im Herbst und Winter "immer Depressionen bekommen".

Rund 214.000 Befragte hätten offen zugegeben, sich krankschreiben zu lassen, "weil es zu der Zeit weniger auffällt". Und etwa 93.000 Deutsche wollten durch ihre Krankschreibung in den nächsten vier Monaten ihrem "Arbeitgeber eine auswischen".

Boersennews.de zufolge gaben weitere 687.000 Befragte an, noch zu überlegen, sich krankschreiben zu lassen: Sie hätten sich für die Antwort-Möglichkeit "weiß (noch) nicht/keine Angabe" entschieden.

Mehr "Krankfeierer" unter den weniger Gebildeten

Insgesamt planten deutlich mehr Ost- als Westdeutsche, sich in den nächsten vier Monaten krankschreiben zu lassen. Auch bei der Untersuchung der Bildungsgrade der "Krankfeierer" hätten sich Unterschiede gezeigt: Je höher die Bildungsstufe, desto mehr Skrupel haben Arbeitnehmer vor vorsätzlichen Krankschreibungen.

Unerfreulich für die Arbeitgeber: Vor allem unter 30-Jährige planten gerne längere Sonderauszeiten, 30- bis 39-Jährigen reiche dagegen eine Krankmeldung für ca. drei Tage.

Wenig Unrechtsbewusstsein bei den Deutschen

Laut dem Dipl.-Psychologen Bernd Kielmann vom Hamburger Institut für Gruppendynamik und Systemprozesse Systhema sind die Studien-Ergebnisse nur die Spitze des Eisberges: "Die Zahlen deuten einerseits auf ein zu geringes Unrechtsbewusstsein der Arbeitnehmer hin, andererseits sollten Arbeitgeber überlegen, ob in ihrer Firma vielleicht irgendwas nicht ganz rund läuft."

Insgesamt sind 34,45 Millionen Deutsche laut Statistischem Bundesamt abhängig beschäftigt. (uqrl)

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