Führungskräfte mit Auslandserfahrung sind kreativer

Studien

11.01.2011 - Mitarbeiter und Führungskräfte sind einfallsreicher und lösen Probleme besser, wenn sie internationale Erfahrung besitzen oder sich mit mehr als einer Nationalität identifizieren.

Wie das Magazin Harvard Business Manager berichtet, belegten das mehrere Studien der Professoren William Maddux (Wirtschaftshochschule Insead in Frankreich), Adam Galinsky (Kellogg School of Management der Northwestern University in den USA) und Carmit Tadmor (Tel Aviv University in Israel).

Experimente der Professoren bewiesen demnach, dass Manager mit Auslandserfahrung und großem Interesse an fremden Kulturen kreativer sind und schneller aufsteigen. 

Kreativ-Test mit drei Objekten

Beispielsweise hätten 220 MBA-Studenten einen Kreativ-Test bestehen müssen: Sie hätten eine Kerze, ein Streichholzbriefchen und eine Schachtel mit Reißzwecken erhalten. Die Aufgabe: die Kerze an einer Wand zu befestigen, dabei aber nur die drei Objekte zu benutzen. 


Für die richtige Lösung sei Kreativität nötig: Die Box mit den Reißnägeln müsse geleert werden, um sie als Kerzenhalter zu benutzen. 


Das Ergebnis: 60 Prozent der Studenten, die im Ausland gelebt hatten, hätten das Problem gelöst. Die richtige Lösung hätten dagegen nur 42 Prozent der Studenten ohne Auslandserfahrung gefunden. 


Der Studie zufolge stieg die Wahrscheinlichkeit der Problemlösung sogar, je länger die Studenten sich im Ausland aufgehalten hatten. Die reine Reisetätigkeit habe keinen Effekt auf die Kreativität.

Kreativ-Test mit drei Wörtern

In einer anderen Untersuchung seien Studenten drei Wörter gezeigt worden, für die sie ein Verbindungswort finden mussten. Ein Beispiel: die Begriffe "Manieren", "rund" und "Tennis". Das verbindende Wort: "Tisch" (Tischmanieren, runder Tisch, Tischtennis). 


Das Ergebnis: Studenten, die gerade einen Aufsatz über ihre Zeit im Ausland geschrieben hatten, gaben laut Harvard Business Manager häufiger korrekte Antworten als Studenten, die von anderen Erfahrungen berichteten.

Studie unter Studenten verschiedener Nationalitäten

Eine weitere Studie sei unter 133 Studenten mit 40 verschiedenen Nationalitäten durchgeführt worden. 


Das Ergebnis: Die Teilnehmer seien umso kreativer, je besser sie sich den Gepflogenheiten ihrer Gastländer angepasst hatten. Weniger kreativ seien sie ohne Anstrengungen dieser Art gewesen.

Studie zu bikulturellen Managern

Ähnliche Ergebnisse habe eine Untersuchung bei israelischen Managern hervorgebracht, die im Silicon Valley arbeiteten: Gehörte sowohl die amerikanische als auch die israelische Kultur zu ihrer Identität ("bikulturell"), hätten sie ein besseres berufliches Standing und würden schneller befördert als Manager, die sich mit nur einer Kultur identifizierten. 


Nach Ansicht der Professoren seien die bikulturellen Manager eher in der Lage gewesen, viele verschiedene Perspektiven zu unterschiedlichen Themen zu sehen und miteinander in Einklang zu bringen. 


Und: Diese Fähigkeit habe zu besseren Leistungen im Job geführt. Das Ergebnis einer weiteren Studie: bikulturell geprägte Manager entwickelten mehr neue Produkte als Führungskräfte, die nur durch eine Kultur geprägt waren. (uqrl)

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