Hochqualifizierte Berufseinsteiger scheitern oft an ihrer Arroganz

Studie

07.02.2012 – Selbstüberschätzung und die Unfähigkeit zur Selbstkritik sind die häufigsten Gründe für das Scheitern eines überdurchschnittlich qualifizierten Berufseinsteigers.

Das ist ein Ergebnis der "High Potentials Studie 2011/2012" der Managementberatung Kienbaum, für die 460 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Demnach scheitern einige der so genannten "High Potentials" trotz ausgezeichneter Karriere-Aussichten nach dem Berufseinstieg.

Die Gründe liegen aus der Sicht der Personalchefs vor allem in den mangelnden Soft Skills: Scheitert ein deutscher High Potential, liege dies in 94 Prozent der Fälle an seiner Selbstüberschätzung und zu 89 Prozent an der mangelnden Fähigkeit zur Selbstkritik.

Unternehmen erwarten gute Qualifikation

Ein guter Abschluss reicht den Unternehmen laut Studie nicht mehr aus, um einen Arbeitgeber zu überzeugen. Erik Bethkenhagen von Kienbaum: "Ein High Potential braucht mehr als ein Zeugnis mit sehr guten Noten. Er muss neben seiner fachlichen Qualifikation auch durch seine Persönlichkeit überzeugen."

Rund 90 Prozent der befragten schweizerischen und österreichischen Unternehmen stuften die Eigenmotivation als wichtiges Persönlichkeitsmerkmal ein. In Deutschland waren es 79 Prozent. Weniger wichtig sei den Personalern, dass die High Potentials besonders mobil sind: Nur rund 20 Prozent fordern dies der Studie zufolge von potenziellen Bewerbern.

Auch Fach- und Methodenkompetenz sowie Praxiserfahrung seien wichtige Qualifikationsmerkmale bei der Auswahl von High Potentials: Rund 90 Prozent der deutschen und österreichischen Unternehmen forderten fundierte Fremdsprachenkenntnisse sowie praktische Erfahrungen, zum Beispiel durch Praktika.

Top-Talente sind gefragt

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Trotz der teilweise mangelhaften Soft Skills seien High Potentials in den untersuchten Ländern begehrt wie nie.

Konnte ein Unternehmen einen talentierten Mitarbeiter für sich gewinnen, bleibe dieser dem Unternehmen in der Regel einige Jahre treu: Fast acht von zehn Top-Talenten sind Kienbaum zufolge mindestens drei Jahre im gleichen Unternehmen beschäftigt.

In Österreich treffe dies auf drei Viertel, in der Schweiz sogar auf alle Berufseinsteiger zu. Kürzer als ein Jahr arbeitete in den befragten Unternehmen kein einziger High Potential. (uqrl)

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