Wertvorstellungen der Chefs lassen Mitarbeiter kalt

Führungsverhalten

12.05.2011 - Die meisten Firmen haben feste Wertvorstellungen und Leitbilder entwickelt, um sich zu positionieren. Viele Mitarbeiter können sich damit jedoch nicht identifizieren.

Wie eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft ServiceValue unter knapp 2.000 Arbeitnehmern zeigt, kann sich jede dritte Führungskraft und jeder zweite Mitarbeiter nicht mit den Wertvorstellungen des Arbeitgebers identifizieren.

Unterschied zwischen Führungskräften und Angestellten

Zuweilen ist ServiceValue zufolge ein enormer Unterschied zwischen Mitarbeitern mit und ohne Führungsverantwortung auszumachen. Beispielsweise stimmten mehr als 80 Prozent der Führungskräfte im Einzelhandel zu, sich mit den Unternehmenswerten zu identifizieren – aber deutlich weniger als 50 Prozent der Angestellten. 


Solche Unterschiede seien in der Energiewirtschaft und im Gastgewerbe kaum auszumachen. In diesen Wirtschaftszweigen sei die allgemeine Identifikation auch am höchsten.

Leitbilder sind keine Lippenbekenntnisse des Chefs

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die propagierten Werte entsprechen selten den persönlichen Zielvorstellungen der Führungskräfte. 


Beispielsweise sagte in der Untersuchung nur jeder zweite Arbeitnehmer in der Industrie aus, dass seine Führungskraft vorlebt, was von den Mitarbeitern erwartet wird. 


Nienke van der Veen, Beraterin bei der ServiceValue GmbH: "Zahllose Ausarbeitungen zu Führungsleitlinien und Unternehmenswerten finden ihren Platz im Bilderrahmen oder in der Schublade, aber nicht in den Köpfen der Mitarbeiter. Eine höhere Identifikation mit dem Arbeitgeber ist so nicht zu schaffen, im Gegenteil."

Tipp: Leitbild gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeiten

Der Beratungsgesellschaft zufolge sollten Wertvorstellungen und Leitbilder gemeinsam mit den Angestellten und Arbeitnehmern erstellt werden – und glaubwürdig von den Führungskräften vorgelebt werden. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: