Westdeutsche profitierten nach der Wende von DDR-Kontakten

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08.11.2011 – Gute Beziehungen zu DDR-Bürgern haben sich für Westdeutsche gelohnt – vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Ökonomen Konrad B. Burchardi (Universität Stockholm) und Tarek Hassan (Chicago Booth School of Business) auf der Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Demnach stieg das Haushaltseinkommen in westdeutschen Familien mit Ost-Verwandten sechs Jahre nach dem Mauerfall um durchschnittlich 4,9 Prozent stärker an als in Haushalten ohne Ost-Kontakte.

Chancen durch Ostdeutschland besser nutzen

Der Grund: Wer gute Beziehungen zu den Menschen in Ostdeutschland hatte, konnte die neuen wirtschaftlichen Chancen besser nutzen. Burchardi: "Menschen mit Ost-Kontakten hatten einen Informationsvorsprung. Sie wussten zum Beispiel, welche Güter im Osten besonders gefragt waren. Außerdem konnten sie den Wert vieler ostdeutscher Unternehmen, die nach der Wende verkauft wurden, genauer einschätzen."

Dieser Informationsvorsprung sei auch der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Regionen zugutegekommen, in denen überdurchschnittlich viele Menschen mit Ost-Kontakten lebten – etwa in Ostholstein oder den Regionen um Hagen und Hannover.

Dort machten sich der Studie zufolge nach der Wende mehr Menschen selbständig als anderswo. Vor allem hätten sie in Ostdeutschland investiert. Die Folge: Das Pro-Kopf-Einkommen sei in den sechs Jahren nach dem Mauerfall um 4,3 Prozent stärker angestiegen als in einer durchschnittlichen westdeutschen Region. (uqrl)

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