Betriebsrente steuerlich günstiger als Riester-Rente

Altersvorsorge

22.11.2010 - Rund 17,5 Millionen Deutsche haben einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Vorsorge. Die wenigsten Arbeitnehmer machen davon Gebrauch, obwohl die Betriebsrente viele Vorteile gegenüber anderen Vorsorgemodellen hat.


Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen liegt die Betriebsrente nur an vierter Stelle im Ranking der beliebtesten Altersvorsorgemodelle der Deutschen, berichtet das Magazin Impulse.de: Nur 29 Prozent hätten einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.

Vor der Betriebsrente rangierten die Kapitallebens- und die private Rentenversicherungen (45 Prozent), die Riester- oder Rürup-Rente (36 Prozent) sowie die eigene Immobilie (34 Prozent).

Mehr Geld steuerfrei einzahlen

Diese Zurückhaltung ist laut Impulse.de überraschend: Die bAV könne durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Beispielsweise seien beim Riester-Sparen pro Jahr maximal 2.100 Euro abzüglich Zulagen steuerfrei einzahlbar. 


Bei der sogenannten Entgeltumwandlung in der bAV seien es dagegen maximal 2.640 Euro pro Jahr, die frei von Steuern und Sozialabgaben sind.


Für Verträge, die seit Anfang 2005 abgeschlossen wurden, seien jährliche Einzahlungen von weiteren 1.800 Euro steuerfrei, aber sozialabgabenpflichtig.


Die bAV-Vorteile bei Steuer und Sozialversicherung kennen Impulse.de zufolge nur 37 Prozent der Befragten.

Rechtsanspruch für alle Pflichtversicherten der gesetzlichen Rente

Ein weiteres Ergebnis der Studie: 60 Prozent der Teilnehmer seien sicher, bei einem Vertragsabschluss auf den guten Willen ihres Arbeitgebers angewiesen zu sein – obwohl das Gegenteil der Fall sei: Der Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung gelte für jedes Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung.


43 Prozent der Befragten verzichten laut Studie auf die Altersvorsorge, weil der Arbeitgeber ihnen keinen Abschluss nahegelegt hat.


Je größer das Unternehmen, desto eher eine Betriebsrente
Besonders bei kleinen Firmen scheine dies die Schwachstelle zu sein: Nur knapp ein Drittel aller Unternehmen mit maximal neun Angestellten biete von sich aus eine Betriebsrente an.


Die Quote steige mit der Betriebsgröße: Bis maximal 500 Beschäftigten sind es Impulse.de zufolge immerhin 69 Prozent, bei noch größeren Firmen sogar 87 Prozent.


Ein weiteres Ergebnis der Studie: Nur 37 Prozent der Teilnehmer seien sich darüber bewusst, dass auf die Auszahlungen Steuern fällig werden. 70 Prozent der Teilnehmer seien unsicher bei der Frage gewesen, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer den Versicherer auswählt.


Tatsache sei: Entscheide sich der Chef für einen schlechten Anbieter, gebe es keinen Ausweg. Probleme könne es außerdem geben, falls man seinen Arbeitsplatz wechselt: Ein Arbeitgeber dürfe den mitgebrachten Versicherer ablehnen und auf einer anderen Gesellschaft bestehen.


Trotz dieser Minuspunkte sehen laut Impulse.de viele bAV-Besitzer einen Vertrag positiv: Mehr als zwei Drittel der Vertragsinhaber seien der Meinung, dass derjenige Geld verschenkt, der nicht unterschreibt. (uqrl)

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