31.01.2011 - Bei Investoren aus dem Ausland sind deutsche Aktien beliebt wie eh und je. Dagegen ist die Zahl der deutschen Aktionäre in letzter Zeit rapide gefallen.
Wie das Handelsblatt berichtet, hat das Deutsche Aktieninstitut (DAI) im zweiten Halbjahr 2010 laut einer Umfrage nur 3,4 Millionen Aktienanleger registriert. Damit sei die Zahl der direkten Anleger innerhalb eines halben Jahres um fast eine halbe Million gesunken.
Im Gegensatz zu den Direktinvestments sei die Zahl der Aktienfonds-Besitzer im zweiten Quartal 2010 nur leicht gefallen.
Das sei jedoch nur ein schwacher Trost: Im langfristigen Vergleich gehe sowohl die Zahl der Aktionäre als auch die der Fondsbesitzer zurück.
Aktuell seien 8,2 Millionen Anleger in Deutschland direkt oder indirekt in Aktien investiert. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2001 waren es laut Handelsblatt dagegen noch fast 13 Millionen.
Dagegen steige seit Jahren die Zahl der ausländischen Investoren, die Anteile an deutschen Firmen halten.
Vor zehn Jahren hielten ausländische Anleger laut Handelsblatt ein Drittel der Dax-Aktien. Derzeit investierten Investoren aus dem Ausland in mehr als die Hälfte der Aktien deutscher Firmen.
Die Skepsis der Deutschen könne mit der Dotcom-Blase während der Jahrtausendwende erklärt werden: Damals hätten zahlreiche Aktienanleger in vermeintlich innovative Geschäftsideen von Technologiefirmen investiert und massive Verluste gehabt.
Nach der letzten Finanzkrise habe sich der Schwund der Aktienanleger sogar noch beschleunigt – obwohl die Kurse am deutschen Aktienmarkt wieder stiegen.
Ein weiterer Grund für den Ausstieg aus dem Aktieninvestment seien für viele Anleger die vermehrten Alternativen: In den letzten Jahren hätten Zertifikate und Exchange Traded Funds (ETF) einen regelrechten Boom erlebt. (uqrl)