22.12.2011 – Im kommenden Jahr werden höchstens sechs der derzeit 153 gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben.
Das schreiben die Gesundheitsökonomen Nicolas R. Ziebarth, Hendrik Schmitz und Peter Eibich im aktuellen Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Die Autoren zeigen auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), dass 2010 jeder zehnte gesetzlich Versicherte seine Kasse gewechselt hat, wenn diese Zusatzbeiträge erhob.
Damit habe sich die Wechselbereitschaft im Vergleich zu der Zeit vor der Gesundheitsreform verdoppelt. Dies bewerten die Ökonomen positiv: Unter anderem hätten Zusatzbeiträge die Preise der gesetzlichen Krankenversicherer transparenter gemacht.
Die Krankenversicherer seien spürbar verbraucherfreundlicher geworden. Ziebarth: "2008 zahlte der Durchschnittsverdiener bei der teuersten gesetzlichen Kasse 50 Euro pro Monat mehr als bei der günstigsten. 2011 hat sich dieser Unterschied auf 20 Euro verringert."
Für das Jahr 2012 werde der Preiswettbewerb aber voraussichtlich gestoppt: Der Gesundheitsfonds sei üppig gefüllt und die Gesamtausgaben der Krankenkassen würden zu 100 Prozent gedeckt.
Fast alle gesetzlichen Kassen kommen nach Ansicht der Experten deshalb ohne Zusatzbeiträge aus. Das könne sich ab 2013 infolge steigender Gesundheitsausgaben jedoch wieder ändern. (uqrl)