27.12.2010 - Die deutsche Finanzaufsicht BaFin befürchtet, dass deutsche Lebensversicherer die Zinsgarantien für Kunden nicht einhalten können. Der Grund: Die Rückstellungen der Gesellschaften sind nicht hoch genug.
Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Demnach hat die Aufsichtsbehörde die Lebensversicherer bereits aufgefordert, die Rückstellungen für einen Teil ihrer Verträge bereits 2011 deutlich zu erhöhen.
Davon betroffen seien Rückstellungen für klassische Lebensversicherungen, die zwischen 1995 und 2000 angeboten wurden.
Sie würden über die gesamte Laufzeit mit garantierten vier Prozent auf den Sparanteil der Prämie verzinst.
Die Forderung gehe auf die niedrigen Zinsen zurück, die die Versicherungsgesellschaften derzeit auf ihre eigenen wichtigsten Kapitalanlagen erhielten.
Nach Ansicht der Behörde könnten die Erträge daraus kaum ausreichen, um die garantierten Ansprüche der Kunden zu befriedigen.
Die BaFin befürchte eine Situation wie in Japan in den 90er Jahren: Damals seien wegen der niedrigen Zinsen sechs große Lebensversicherer und einige kleinere Gesellschaften zusammengebrochen, weil sie gegebene Garantien nicht mehr erfüllen konnten.
Die Versicherer reagierten laut FTD gelassen auf die BaFin-Forderung: Sie betreffe nur einen Teil der 91,5 Millionen Lebensversicherungsverträge.
Die notwendigen Mittel könnten die Gesellschaften aus Überschüssen aufbringen. Auswirkungen für die Kunden habe die Neuregelung nicht. (uqrl)