17.05.2011 - Die privaten Haushalte in Deutschland haben 2010 knapp 154 Milliarden Euro Vermögen zusätzlich gebildet. Das ist deutlich mehr als der Schnitt der letzten Jahre.
Zuletzt sei ein derartiges Niveau während des Wiedervereinigungsbooms erreicht worden, meldet die Bundesbank. Insgesamt lag das Geldvermögen der privaten Haushalte am Jahresende 2010 dem Jahresbericht der Bundesbank zufolge bei 4.933 Milliarden Euro.
Als Grund für die verstärkte Vermögensbildung im letzten Jahr gibt die Bundesbank hohe Zuflüsse und Kursgewinne an, die auch eine Folge des spürbaren Anstiegs der Einkommen durch die Konjunkturerholung seien.
Die Zuwächse verteilten sich laut Bundesbank vor allem auf Bankeinlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Die Bankeinlagen einschließlich Bargeld nahmen danach netto um rund 80 Milliarden Euro zu.
Allerdings habe es 2008 sogar ein Plus von 120 Milliarden in diesem Bereich gegeben, was der Finanzkrise und der massiven Umschichtung der Anleger in diesem Jahr zugeschrieben werden kann.
Bei den Wertpapieren zeigten sich die privaten Haushalte laut Bundesbank zurückhaltend: Insgesamt habe es 2010 per saldo keine Zu- beziehungsweise Abflüsse gegeben, während noch 2009 ein Plus von 27 Milliarden Euro verzeichnet wurde.
Jedoch verzeichnete die Bundesbank Kursgewinne von knapp 80 Milliarden Euro bei den bereits gehaltenen Wertpapieren.
Die Verschuldung der privaten Haushalte nahm der Bundesbank zufolge 2010 erstmals seit 2007 wieder geringfügig zu.
Die Schulden bei Banken und Versicherungen lagen demnach am Jahresende bei insgesamt 1.536 Milliarden Euro. Damit erreiche die Verschuldung eine Summe, die seit gut zehn Jahren auf fast unverändertem Niveau liege. (uqrl)