Gesetzlich Versicherte wollen erst ab 19 Euro die Kasse wechseln

Umfrage

17.06.2011 - Nur wenige gesetzlich versicherte Arbeitnehmer verlassen ihre Kasse, wenn diese Zusatzbeiträge fordert.

Das ergibt eine Umfrage der IW-Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Wirtschaftswoche unter 1.000 Arbeitnehmern.

Die wenigsten Deutschen wechseln die Kasse

Demnach hat etwa jeder siebte gesetzlich versicherte Arbeitnehmer bereits einmal die Kasse gewechselt, um Zusatzbeiträge zu sparen. 


Aus der Umfrage geht hervor, dass die meisten Versicherten erst ab einem Zusatzbeitrag von durchschnittlich 19 Euro die Kasse wechseln würden. Nur etwa jeder fünfte gesetzlich Versicherte, der schon heute Zusatzbeiträge entrichtet, erwäge zukünftig einen Kassenwechsel.

Erwarteter Wettbewerb zwischen den Kassen bleibt aus

Mit den Zusatzbeiträgen war laut INSM auch die Erwartung verbunden, dass die Versicherten zum jeweils günstigsten Anbieter wechseln und damit der Preis-Leistungs-Wettbewerb zwischen den Kassen steigt.


Jedoch habe sich der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen durch die erhobenen Zusatzbeiträge bisher kaum verschärft. 


Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM: "Die Zusatzbeiträge sind zu gering, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Mit den Überschüssen aus dem Gesundheitsfonds sollten die lohnabhängigen Beiträge so weit wie möglich gesenkt werden. Reichen die Einnahmen in Zukunft nicht aus, muss jede Krankenkasse die Finanzierungslücke durch Zusatzbeiträge selbst schließen. So entsteht Wettbewerb." 


Lohnunabhängige Prämien seien gerechter und transparenter, so Pellengahr: "Das Gesundheitssystem muss von Grund auf reformiert werden."

Hintergrund Zusatzbeiträge

Seit Einführung des Gesundheitsfonds 2009 dürfen die gesetzlichen Krankenkassen zusätzlich zu den regulären lohnabhängigen Beitragszahlungen auch lohnunabhängige Beiträge erheben, um ihre Ausgaben zu decken. 


Die Höhe des monatlichen Zusatzbeitrages war bis Ende 2010 auf maximal 1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens begrenzt. Seit Anfang dieses Jahres können die gesetzlichen Krankenkassen diese Zusatzbeiträge frei und ohne Obergrenze festsetzen. (uqrl)

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