Jeder deutsche Haushalt verfügt durchschnittlich über 115.000 Euro

Vermögen

13.10.2011 - Die Deutschen sparen auf hohem Niveau: Durchschnittlich verfügte jeder private Haushalt in Deutschland 2010 über ein Geldvermögen von rund 115.400 Euro.

Das meldet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anlässlich des Weltspartages am 28. Oktober 2011.

Viel Geld, wenig Schulden

Demnach hat das finanzielle Vermögen in Deutschland 2010 insgesamt um 212 Milliarden Euro (4,8 Prozent) auf 4.639 Milliarden Euro zugelegt – ein etwas höherer Anstieg als 2009.

Diesem Vermögen stand dem Verband zufolge eine durchschnittliche Verschuldung pro Haushalt von 38.200 Euro gegenüber. Das sei ein leichter Anstieg um 100 Euro.

Dennoch falle der Anstieg der Schulden insgesamt kleiner aus als der Anstieg der Einkommen: Im Verhältnis zum Einkommen der privaten Haushalte verringerte sich der Schuldenstand pro Haushalt laut BVR auf 96 Prozent – und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Sparquote leicht angestiegen

Laut BVR nutzten die deutschen Privathaushalte ihre verbesserte Einkommenssituation, um mehr zu sparen: Die Sparquote ist im Jahr 2010 um 0,2 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent angestiegen. Die Sparquote spiegelt das Verhältnis von Sparsumme und verfügbarem Einkommen eines Haushaltes wider.

Auch für 2011 und über das Jahresende hinaus rechnet der BVR mit einer konstanten Sparanstrengung in Deutschland, so BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin: "Trotz der wieder zugenommenen wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Euro-Schuldenkrise gehe ich davon aus, dass es in Deutschland nicht zu einem Angstsparen kommt."

Martin erwartet stabile ökonomische Rahmenbedingungen und einen robusten Arbeitsmarkt – was nicht für gravierende Veränderungen im Sparverhalten spreche. Martin: "Daher rechne ich für 2011 mit einer Sparquote in Höhe von 11,2 Prozent."

Bei Banken wird am liebsten gespart

Eindeutige Favoriten der Sparer waren 2010 die Banken: Ihnen flossen laut BVR mehr als die Hälfte aller Anlagemittel zu. Aber auch bei Investmentfonds, bei Aktien und sonstigen Anteilsrechten habe es 2010 Zuflüsse gegeben. Versicherungen verzeichneten 2010 laut BVR mit 70,8 Milliarden Euro einen ähnlich hohen Zufluss wie 2009. (uqrl)

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