Kassenfusionen sind Kostentreiber

Krankenversicherungen

01.02.2011 - Wie von der Regierung erhofft, ist die Zahl der Krankenversicherungen massiv gesunken. Für die Kassen hat eine Fusion jedoch meistens nur wirtschaftliche Nachteile.


Das gehe aus einem Gutachten des Bundesrechnungshofes für Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hervor, berichtet das Magazin Focus. Für das Gutachten hätten die Prüfer 32 Kassenfusionen untersucht.

Fusionen haben fast nur Nachteile

Demnach binden Fusionen von Kassen "erhebliche zeitliche und personelle Ressourcen" und führten "zu keinen deutlichen Synergieeffekten". 


Zusätzlich seien die Zusammenschlüsse der Kassen "mit erheblichen, zum Teil dauerhaften zusätzlichen Aufwendungen verbunden". Laut Gutachten stünden diesen Nachteilen nur geringe Einsparungen gegenüber.

Teure Berater, hohe Abfindungen, mehr Reisekosten

Konkret hätten die Gutachter belegt, dass häufig die Netto-Verwaltungskosten angestiegen seien – beispielsweise durch zunehmende Reisekosten der Mitarbeiter, durch Abfindungen oder durch erhöhte Vergütungen für Kassenvorstände.


Auch teure Beraterhonorare und Fortbildungen hätten die Kosten einer Fusion häufig in die Höhe getrieben.


Daher seien Fusionen aus der Sicht der Gutachter "Kostentreiber" und führten "nicht immer zu leistungsfähigeren Einheiten".

Noch 148 Kassen in Deutschland

Ein Ziel der Gesundheitsreform 2009 der großen Koalition sei es gewesen, die Zahl der Krankenkassen in Deutschland weiter zu senken – möglichst auf 30 bis 50 Kassen.


Tatsächlich gebe es heute weitaus weniger Kassen als in den 90er Jahren: Laut Focus ist die Zahl der Krankenkassen in Deutschland seit 1992 von 1.367 auf heute 148 gesunken.


Einer Markteinschätzung der Management- und IT-Beratung Steria Mummert Consulting zufolge könnte die Zahl der gesetzlichen Krankenversicherungen langfristig auf unter 100 Kassen sinken. (uqrl)

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