Kranke Arbeitnehmer kosten fast 3.600 Euro pro Jahr

Gesundheitsvorsorge

15.06.2011 - Fehltage durch kranke Arbeitnehmer kosten Geld. Noch teurer wird es, wenn kranke Mitarbeiter zur Arbeit kommen - dann steigen die Kosten auf fast 3.600 Euro pro Jahr.

Das ist ein Ergebnis der Studie "Vorteil Vorsorge – Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland" der Strategieberatung Booz & Company für die Felix Burda Stiftung.

Ein Drittel der Kosten entstehen durch Fehltage

Demnach betragen die krankheitsbedingten Kosten für Arbeitgeber 3.598 Euro jährlich pro Arbeitnehmer. 


Etwa ein Drittel dieser Kosten (1.199 Euro) entstehen den Berechnungen zufolge durch die reinen Fehltage durch Krankheit pro Mitarbeiter und Jahr. 


Der erheblich höhere Teil entstehe dadurch, dass Arbeitnehmer trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen: Ihre eingeschränkte Einsatzfähigkeit vermindert laut Booz & Company die Arbeitsqualität, erhöht die Fehleranfälligkeit und die Anzahl von Unfällen. 


Eine Verzögerung der Genesung kann nach den Berechnungen zu chronischer Erkrankung und Burn-out führen. Die Kosten für diesen so genannten Präsentismus ließen sich auf jährlich 2.399 Euro pro Kopf beziffern – wodurch insgesamt ein Schaden von fast 3.600 Euro entstehe.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge senkt Kosten

Betriebe könnten diese Kosten senken, wenn sie betriebliche Gesundheitsvorsorge betreiben würden 


Nach der Analyse von Booz & Company zahlt sich jeder Euro, der in betriebliche Prävention investiert wird, für die deutsche Volkswirtschaft mit fünf bis 16 Euro aus – indirekte Kosten wie Know-how-Verlust oder verminderte Produktivität noch gar nicht eingerechnet. 


Die größten Hürden betrieblicher Prävention: intransparente und unterschiedlich gehandhabte rechtliche Rahmenbedingungen, mangelnde Anreize für Unternehmen und Krankenkassen sowie fehlende Daten zu Kosten und Nutzen von Präventivmaßnahmen im deutschen Raum.

Politik muss Beitrag leisten

Booz & Company fordert daher eine Reihe von Maßnahmen von Seiten der Politik und der Krankenkassen, die das Engagement der Unternehmen in die betriebliche Gesundheitsvorsorge fördern sollen. 


Beispielsweise würden Präventivmaßnahmen mit einem Steuerfreibetrag von 500 Euro pro Kopf und Jahr gefördert. Allerdings komme dieser Steuerfreibetrag nur dem Mitarbeiter zugute.


Booz & Company zufolge sollten auch Arbeitgeber steuerlich von Präventivmaßnahmen profitieren können. (uqrl)

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