Männer zahlen ab 2012 höhere PKV-Beiträge

Krankenversicherung

23.08.2011 – Ab dem 21. Dezember 2012 müssen die Privaten Krankenversicherungen (PKV) gleiche Prämien und Leistungen für Männer und Frauen anbieten. Das treibt die Beiträge für die Männer in die Höhe.

Darüber informiert die Wirtschafts- und Steuerberatung Ecovis. Demnach hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) geschlechterspezifische Differenzierungen in Versicherungsverträgen für unzulässig erklärt. Begründet worden sei das Urteil mit der EU-Gleichstellungsrichtlinie.

PKV-Unternehmen müssen Verträge umstellen

Daher müssen PKV-Unternehmen laut Ecovis ihre Versicherungsverträge anpassen. Bisher hätten Frauen durchschnittlich rund 25 Prozent höhere Beiträge in der PKV zahlen müssen, weil sie laut Statistik länger leben als Männer.

"Diese Praxis hat nun ein Ende", erklärt Anna Brix, Ecovis-Rechtsanwältin und Fachanwältin für Medizinrecht. "Bisher berechnen sich die Beiträge unter Zugrundelegung verschiedener Kriterien, wobei die Resultate der Gesundheitsprüfung, das Eintrittsalter und auch das Geschlecht eine wichtige Rolle spielen."

Von den rund 50 verwendeten Risikoindikatoren müssten die Versicherungen jetzt auf das Merkmal Geschlecht verzichten.

Nur Neuverträge betroffen

"Auf Männer kommen ab 2012 voraussichtlich höhere Beitragszahlungen zu", so Brix. "Denn die Versicherungsunternehmen werden die Kosten umlegen." Betroffen seien in erster Linie neue Versicherungsverträge. Altverträge dürften unverändert fortbestehen.

Ecovis empfiehlt Privatversicherten daher einmal mehr, die Tarife der verschiedenen Versicherungsunternehmen zu vergleichen. (uqrl)

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