Mehr Arbeits- und Wegeunfälle 2010

Unfallversicherung

06.04.2011 - Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.


Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) vorgelegt hat. 

Mehr Unfälle, mehr Tote

Danach lag die Zahl der Arbeitsunfälle 2010 bei rund 964.000 – 8,8 Prozent mehr als 2009. Auf dem Weg zur Arbeit und von dort nach Hause ereigneten sich etwa 224.000 Unfälle, was sogar einer Steigerung um 25,5 Prozent gegenüber 2009 entspricht.  


Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zahlten laut DGUV an mehr als 16.500 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeitsunfalls und an mehr als 6.000 Versicherte erstmals eine Rente aufgrund eines Wegeunfalls.


Deutschland hatte 2010 auch mehr Unfalltote zu beklagen: 524 Menschen verloren aufgrund eines Arbeitsunfalls ihr Leben, 369 aufgrund eines Wegeunfalls.

Schlechte Witterung und anziehende Konjunktur

Die Zahlen bedeuteten jedoch nicht, dass auch das relative Unfallrisiko steige. DGUV-Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer: "Es ist ein typischer Reflex, dass bei anziehender Konjunktur und Beschäftigung auch die absolute Zahl der Arbeitsunfälle zunimmt." 


Ein weiterer wichtiger Faktor dieser Entwicklung sei die Witterung gewesen, so Breuer: "Gerade im Straßenverkehr geschehen immer wieder schwere Unfälle – erst recht bei Schnee und Eis, wie wir es 2010 in außergewöhnlicher Form hatten."

Hintergrund: Wege- und Arbeitsunfälle

Nach DGUV-Angaben liegt ein Wegeunfall vor, wenn sich der Unfall auf dem direkten Weg zur Arbeit, zur Schule oder auf dem Heimweg ereignet. 


Meldepflichtig in der gesetzlichen Unfallversicherung sei ein Arbeits- oder Wegeunfall dann, wenn er zu mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder zum Tode geführt hat. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: