18.01.2012 – Knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen hat keinen effektiven Plan, um die wichtigsten Prozesse im Unternehmen nach einer Katastrophe wieder herzustellen.
Das geht aus einer Studie des Dienstleisters Regus hervor, für die weltweit mehr als 12.000 Geschäftsleute befragt wurden. In den Fokus sei das Thema durch die zahlreichen Katastrophen im Jahr 2011 gerückt, darunter das Erdbeben in Japan.
Demnach ergreift eine beachtliche Zahl der Unternehmen nur unzureichende Vorsichtsmaßnahmen für den Katastrophenfall, zum Beispiel bei Überschwemmungen.
Der Umfrage zufolge hat beispielsweise fast ein Drittel der deutschen Unternehmen keinen Plan zur Notfall-Wiederherstellung des IT-Bereichs. Dieser Notfallplan soll sicherstellen, dass das IT-System innerhalb von 24 Stunden wieder funktionstüchtig ist.
Darüber hinaus fehle es fast der Hälfte der Unternehmen an einer Lösung zur Geschäftskontinuität im Katastrophenfall, zum Beispiel an einem Wiederherstellungsplan für ihre Arbeitsplätze innerhalb von 24 Stunden.
Laut Regus gehören Katastrophen in Deutschland zu den Extremfällen. Viele Unternehmen vernachlässigten jedoch die Konsequenzen von Vandalismus oder höherer Gewalt auf den Geschäftsbetrieb eines Unternehmens.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Kosten für die Notfall-Wiederherstellung werden von einem Drittel der Unternehmensleitungen als durchschnittlich empfunden. Nur 22 Prozent empfinden sie als unerschwinglich.
In Deutschland hätten außerdem 38 Prozent der Befragten angegeben, dass sie in die Notfall-Wiederherstellung investieren würden, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme. Weltweit waren 55 Prozent der Befragten in der Umfrage derselben Meinung.
Insgesamt sind größere Unternehmen der Studie zufolge besser auf den Notfall vorbereitet als kleine Unternehmen. Trotzdem hätten immerhin 39 Prozent der großen Unternehmen noch keine konkreten Maßnahmen in diesem Bereich getroffen.
Das sei riskant, so Regus-Geschäftsführer Michael Barth. Der Grund: Laut dem Disaster Recovery Research Report von Symantec in 2009 könne selbst ein durchschnittlicher Störfall bis zu 400.000 Euro kosten. (uqrl)