23.01.2012 – Bei der Entscheidung für Finanz- und Versicherungsprodukte genießen Finanzberater bei 30 Prozent der Internetnutzer volles Vertrauen. Fast ebenso viele User vertrauen auf Vergleichsportale im Internet.
Das zeigen Ergebnisse der Studie "Prime-Time Internet" des Marktforschungsinstituts YouGov, die den Einfluss des Internets auf das Entscheidungsverhalten bei Finanzprodukt- und Versicherungsabschlüssen von mehr als 1.000 Finanzentscheidern untersucht hat.
Demnach erreichen Vergleichsportale mit ihren spezifisch ausgerichteten Angeboten für Produktsucher einen fast ebenso hohen Vertrauenswert (27 Prozent) wie Bankberater und Versicherungsvermittler.
Auch Meinungs- und Bewertungsplattformen hätten mit 26 Prozent vergleichbare Vertrauenswerte in der Umfrage erreicht. Andere Internet-Informationspunkte zu Finanzthemen genießen laut Studie deutlich geringere Vertrauenswerte, zum Beispiel Blogs, soziale Netzwerke, Videofilme/Podcasts oder Werbung.
Das größte Vertrauen der Befragten hätten bei Finanzfragen neben Verbraucherorganisationen (48 Prozent) weiterhin Bekannte und Verwandte mit 40 Prozent.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Unter 30-jährige Finanzkunden suchten im Internet seltener als ältere Finanzkunden einen Informations- oder auch Abschlusspunkt.
Bei einfachen Produkten wie dem Girokonto, dem Bausparvertrag oder der Kfz-Versicherung habe in den letzten zwei Jahren oftmals ein Vergleichsportal (elf Prozent) oder eine allgemeine Suchmaschine (acht Prozent) den ersten Impuls gegeben.
Bei unter 30-Jährigen lägen diese Werte mit sechs beziehungsweise drei Prozent deutlich unter dem Durchschnitt. Bei ihnen gäben Bekannte und Verwandte oder Berater und Vermittler überdurchschnittlich häufig den Anstoß, nach einfachen Produkten zu suchen.
Das Internet werde in der Regel als erste Orientierung genutzt, bevor ein persönliches Beratungsgespräch folgte.
Oliver Gaedeke, YouGov-Vorstand und Leiter der Finanzdienstleistungsmarktforschung: "Die Analyse zeigen einmal mehr, dass das Internet keine abgelegene Insel im Finanzvertrieb ist, sondern eng mit der realen Offline-Welt verzahnt ist." (uqrl)