Versicherte würden Kasse schon bei fünf Euro Zusatzbeitrag verlassen

Krankenkassen

11.01.2012 – 2012 erheben die wenigsten gesetzlichen Krankenversicherungen einen Zusatzbeitrag. Aus gutem Grund: Viele Versicherte würden auch bei geringen Zusatzbeiträgen die Kasse wechseln.

Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor, für die 750 Mitglieder gesetzlicher Krankenversicherungen befragt wurden.

Zusatzbeitrag kostet Mitglieder

Demnach ist schon ein vergleichsweise geringer Zusatzbeitrag von fünf Euro monatlich für vier von zehn gesetzlich Versicherten ein potenzieller Wechselgrund.

Seit Einführung des Zusatzbeitrages im Jahr 2010 entfielen laut PwC mehr als 90 Prozent aller Mitgliederverluste auf Kassen, die den Obulus verlangen.

Zwölf Prozent der Befragten, deren Kasse derzeit noch einen Zusatzbeitrag erhebt, wollen "auf jeden Fall" oder "sehr wahrscheinlich" ihre Mitgliedschaft kündigen. Demgegenüber sagten dies nur zwei Prozent der Versicherten, die den Beitrag nicht zahlen müssen.

Laut Studie ist der Zusatzbeitrag insgesamt der am häufigsten angeführte Wechselgrund (63 Prozent). Ebenfalls entscheidend für die Wechselwilligkeit: das Leistungsangebot der Kasse (40 Prozent) sowie Service, Freundlichkeit und Erreichbarkeit (27 Prozent).

Zusatzbeitrag kann nicht durch Leistungen kompensiert werden

Auch besondere Leistungen, Wahltarife und Bonusprogramme können den Zusatzbeitrag aus der Sicht der Befragten nicht kompensieren: Keine der abgefragten Leistungen könne auch nur einen Zusatzbeitrag von fünf Euro aufwiegen.

Die aus Sicht der Befragten attraktivsten Zusatzleistungen (professionelle Zahnreinigung und das Hautkrebs-Screening) würden für eine knappe Mehrheit (56 Prozent) einen Zusatzbeitrag von 2,50 Euro monatlich ausgleichen. (uqrl)

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