29.12.2011 – Bis zum 30. September 2011 sind fast 15 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen worden. Damit hat sich die Zahl der Verträge in den letzten zehn Jahren mehr als verzehnfacht.
Wie der Deutsche Bundestag berichtet, gehe das aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.
Demnach soll mit Riester-Verträgen die "vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unvermeidlich gewordene Absenkung des Leistungsniveaus in der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung" möglichst ausgeglichen werden.
Bei den meisten Riester-Verträgen handele es sich um Versicherungen (10,639 Millionen), gefolgt von Investmentfondsverträgen (2,921 Millionen). Außerdem gebe es 733.000 Banksparverträge.
Die noch relativ junge Möglichkeit zu "Wohn-Riester"/Eigenheimrente nutzen laut Bundesregierung bereits 704.000 Bundesbürger.
Die Bundesregierung wies in ihrer Antwort auch darauf hin, dass bis zu 15 Prozent der Beiträge zur Riester-Rente eingesetzt werden können, um das Erwerbsminderungsrisiko abzusichern.
Unbestritten berge eine Erwerbsminderung während der typischen Erwerbsphase ein Risiko für das spätere Alterseinkommen, so die Regierung. Sie plane, die sogenannte "Zurechnungszeit" bei den Erwerbsminderungsrenten stufenweise von heute 60 Jahren auf das 62. Lebensjahr anzuheben.
Damit soll der Erwerbsminderungsschutz in der ersten Säule der Alterssicherung (gesetzliche Rente) verbessert werden: Das Niveau der Erwerbsminderungsrenten erhöhe sich dank dieser Maßnahme langfristig um etwa fünf Prozent.
Laut Bundestag hieß es konkret in der Antwort der Bundesregierung: "Erwerbsgeminderte werden damit langfristig so gestellt, als ob sie mit dem bisherigen Einkommen zwei Jahre länger als bisher weiter gearbeitet hätten."
Die Verlängerung solle parallel zur Anhebung der Regelaltersgrenze erfolgen. Der Grund: So betrage der Abstand der Zurechnungszeit zur Regelaltersgrenze auch in Zukunft fünf Jahre – und vergrößere sich nicht. (uqrl)