Zusatzbeitrag rechnet sich kaum für die Krankenkassen

Krankenversicherung

11.03.2011 - Das Erheben des Zusatzbeitrags ist für Krankenkassen teuer, weil der bürokratische Aufwand hoch ist und viele Kunden nicht pünktlich zahlen.


Markterhebungen der Managementberatung Steria Mummert Consulting zufolge betragen die Kosten für das Erheben des Beitrages derzeit rund ein Drittel des Gesamtbetrages.

Hohe Verwaltungskosten, starke Abwanderung und viele säumige Zahler

Beispielsweise seien die Kassen gezwungen, Extra-Konten für jedes Mitglied zu führen. Außerdem müssten sie den Geldeingang überwachen, Mahnungen bei Nichteinzug verschicken und gegebenenfalls das Geld eintreiben lassen. 


Das mache den Zusatzbeitrag häufig zu einem Verlustgeschäft für die Krankenkassen, so Dirk Steffan, Experte im Gesundheitswesen bei Steria Mummert Consulting – vor allem, wenn man säumige Zahler und abgewanderte Kunden in die Rechnung mit einbeziehe.


Aktuell verweigerten rund fünf Prozent der Versicherten die Zahlung des Zusatzbeitrages. Die Abwanderungsquote betrage bei einzelnen Krankenkassen zwischen fünf und zehn Prozent.

Jede zehnte Kasse erhebt Zusatzbeitrag

Rund acht Millionen gesetzlich Krankenversicherte zahlen derzeit einen Zusatzbeitrag von in der Regel acht Euro. Etwa jede zehnte der rund 150 Krankenkassen verlange damit einen Zusatzbeitrag. 


Die Kassen dürften seit 2011 immerhin Verspätungszuschläge von Mitgliedern verlangen, die nicht pünktlich zahlen. Das könne die Kosten minimieren.

Höhere Zusatzbeiträge ab 2012 erwartet

Laut Steria Mummert Consulting dürfte der Zusatzbeitrag ab 2012 in der Regel acht Euro deutlich übersteigen – und sich damit auch vom Aufwand her lohnen. Außerdem seien dann mehr Kassen gezwungen, den Beitrag zu erheben.


 

Setze sich die bisherige Ausgabenentwicklung fort, könnte der Zusatzbeitrag 2020 nach Schätzungen von Experten bereits bei 70 Euro liegen. (uqrl)

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