Aufschwung in allen Handwerkszweigen

Geschäftsklima

11.05.2011 - Jetzt kommt der Aufschwung endgültig im Handwerk an: Der Geschäftsklimaindex hat hier im ersten Quartal 2011 den besten Wert seit 1992 erreicht.

Wie aus dem Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) hervorgeht, erreichte der Geschäftsklimaindex den Rekordwert von 87,5 Punkten. Besonders erfreulich: Alle Gewerbegruppen unter den fast 22.000 befragten Betrieben sind vom Aufschwung erfasst.

Gute Geschäfte im Handwerk

Rund 85 Prozent der Betriebsinhaber melden im Konjunkturbericht gute oder befriedigende Geschäfte. Im ersten Quartal 2010 seien es nur 69 Prozent gewesen.


Laut ZDH löst sich das Handwerk seit dem Frühjahr 2010 aus der Rezession. Damals hätten noch etwa 30 Prozent über eine schlechte Geschäftslage geklagt, jetzt seien es nur noch 15 Prozent.


Ein weiteres Ergebnis des Berichts: Hohe Auftragsbestände und gute Auftragseingänge lassen 90 Prozent der Betriebsinhaber optimistisch in die Zukunft blicken – nur noch neun Prozent erwarten schlechte Geschäfte. Vor einem Jahr waren es noch 21 Prozent.

Die Situation in den einzelnen Handwerkszweigen

Der ZDH erläutert in seinem Konjunkturbericht die Situation einzelner Gewerbegruppen: 


1. Bau
Es gibt mehr Aufträge im Bauhandwerk: Die Auftragsreichweite ist mit neun Wochen hoch. Es herrscht Optimismus angesichts anhaltender Auftragseingänge. Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket werden noch fertig gestellt. Belebend für den Wohnungsneubau ist der Trend zur Geldanlage in Immobilien.


2. Gewerblicher Bedarf
Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Investitionsgütern im In- und Ausland steigt bei Zulieferern und Dienstleistern für die Industrie die Auslastung kräftig an. Das Auftragspolster ist von sechs Wochen im ersten Quartal 2010 auf 7,8 Wochen Anfang 2011 angewachsen.


3. Kraftfahrzeuggewerbe
Nach dem Wegfall der Umweltprämie hat die Branche ihr Tief durchschritten. Die Zahl der Neuzulassungen steigt bei Pkw und Nutzfahrzeugen. Die Werkstattauslastung liegt ebenfalls höher als im Vorjahr. 32 Prozent sprechen von "guten Geschäften" – nach 13 Prozent im Vorjahresquartal. 91 Prozent erwarten für die Zukunft eine zufriedenstellende oder gute Geschäftslage.


4. Lebensmittel
Der private Konsum hat sich belebt. Die Geschäftserwartungen sind gut. Die Betriebe werden aber die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise auf die Produkte umlegen müssen.


5. Gesundheit
Die Gesundheitshandwerke profitieren von der gestiegenen Erwerbstätigkeit, durch die etwa mehr Menschen ein neues Brillenmodell kaufen können. Im Sommerhalbjahr wird eine weitere Geschäftsbelebung erwartet. Das Niveau des dritten Quartals wurde gehalten.


6. Persönliche Dienstleistungen
Der Aufschwung kommt mittlerweile bei Schneidern und Friseuren, Schuh- und Uhrmachern an. Allerdings bleibt das Plus hier bescheidener als in anderen Branchen.


(uqrl)

  

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