14.06.2011 - Deutsche Betriebe schließen früher und insgesamt mehr Ausbildungsverträge ab, um geeignete Bewerber zu gewinnen. Auch leistungsschwächeren Jugendlichen wird immer häufiger ein Ausbildungsplatz angeboten.
Das geht aus der aktuellen Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.
Demnach registrierten die Industrie- und Handelskammern Ende Mai 2011 fast 149.000 Ausbildungsverträge – fast 13 Prozent mehr Neuverträge als ein Jahr zuvor.
"Damit markieren die aktuellen Mai-Zahlen einen neuen Rekordwert", kommentiert DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann die aktuelle Entwicklung. Der steigende Fachkräftebedarf der Betriebe verstärke den Ausbildungsboom.
Für das Gesamtjahr erwartet der DIHK ein Plus von fünf Prozent bei den Neuverträgen. Für einen größeren Anstieg fehlten 2011 die Bewerber – trotz doppelter Entlassungsjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie der Aussetzung der Wehrpflicht.
Driftmann befürchtet außerdem, dass auch in diesem Jahr mehr als 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
Driftmann: "Umso ärgerlicher ist es, wenn Jugendliche Stellen kurzfristig nicht antreten, nachdem sie zuvor mehrere Verträge abgeschlossen haben. Knapp vor Ausbildungsbeginn können Unternehmen offene Ausbildungsplätze dann meist nicht mehr besetzen. Mehr als jedes fünfte Unternehmen gibt dies als Grund für unbesetzte Lehrstellen an. Das ist nicht nur schlecht für die betroffenen Betriebe, es geht auch zu Lasten schwächerer Schulabgänger und Altbewerber." (uqrl)