Binnenbranchen optimistischer als exportorientierte Industrie

Geschäftsklima 2012

06.01.2012 – Im Einzelhandel, im Großhandel und in der Bauwirtschaft ist die Stimmung deutlich besser als im exportorientierten verarbeitenden Gewerbe.

Das geht aus dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor. Demnach zeigte sich das Geschäftsklima zum Jahreswechsel robust – und ist im Dezember nochmals spürbar angestiegen.

Die Geschäftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen blieben trotz der verhaltenen Konjunkturaussichten auf Erholungskurs, so die KfW. Auch die aktuelle Geschäftslage sei insgesamt positiv eingeschätzt worden: Mit 32,6 Saldenpunkten habe sie Ende 2011 nur knapp unter dem hohen Jahresdurchschnitt gelegen.

Optimismus in der gewerblichen Wirtschaft

Die Aufwärtskorrektur des Geschäftsklimas stütze sich auf alle vier Teilbereiche der gewerblichen Wirtschaft: Spitzenreiter sei der Einzelhandel mit einem Zuwachs von 6,0 Zählern auf 22,4 Saldenpunkte.

Aber auch der Großhandel und die Bauwirtschaft verzeichnen laut KfW Zuwächse, die über die typischen Monatsschwankungen hinausgehen.

Dagegen verliere das Klima im stärker exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe weiter an Boden: Da die Stimmung sich dort nur wenig verbessert habe, wachse der Abstand zu den übrigen Hauptwirtschaftsbereichen.

Großunternehmen stärker von internationaler Krise betroffen

Insgesamt lasse sich der stärker binnenwirtschaftlich ausgerichtete Mittelstand vom immer schwierigeren internationalen Umfeld kaum beeindrucken – im Gegensatz zu den Großunternehmen.

Die sinkende Exportnachfrage und die instabilen Finanzmärkte hätten bei den Großunternehmen ihre Spuren hinterlassen: Das Geschäftsklima sei zwar leicht gestiegen, insgesamt setze sich hier der langfristige Abwärtstrend jedoch fort.

Laut KfW sind die Lageurteile der Großunternehmen mit 27,2 Saldenpunkten Ende 2011 auf dem tiefsten Stand seit 15 Monaten angekommen.

Stabilere Beschäftigungszahlen im Mittelstand

Die unterschiedliche Stimmung zwischen Mittelstand und großen Unternehmen bestätige sich auch bei dem Blick auf die Beschäftigungserwartungen: Die Großunternehmen nahmen ihre Pläne zum Beschäftigungsaufbau um 4,4 Zähler auf 15,9 Saldenpunkte deutlich zurück.

Dagegen sehen die kleinen und mittleren Unternehmen laut KfW kaum Bedarf für Anpassungen in ihrer Personalplanung (-0,2 Zähler auf 12,6 Saldenpunkte).

Mittelständler sind wichtige Konjunkturstütze

Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Norbert Irsch: "Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer deutet darauf hin, dass die kleinen und mittleren Unternehmen eine wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung im Jahr 2012 sein werden. Sie profitieren dabei überproportional von den günstigen binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie insbesondere der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, der im internationalen Vergleich geringen Verschuldung der deutschen Privathaushalte und niedrigen Kreditzinsen." (uqrl)

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