22.06.2011 - 77 Prozent der deutschen Top-Entscheider sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden, 78 Prozent halten sie für schwach.
Das geht aus dem "Capital-Elite-Panel" hervor, welches im Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 7/2011) erscheint. Renate Köcher, Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach: "In der Elite hat sich eine ausgeprägte Frustration breitgemacht, vor allem in der Wirtschaft."
Demnach finden fast 80 Prozent der Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, dass die Glaubwürdigkeit der Regierung durch die Kehrtwende in der Atompolitik beschädigt wurde.
Lediglich 14 Prozent der Entscheider bescheinigen der Regierung ein überzeugendes Konzept für die Energieversorgung ohne Kernkraft.
Vor allem die Führungsspitzen der Wirtschaft sind laut der Umfrage skeptisch: 60 Prozent halten einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie für falsch. Ebenso viele beurteilten das sofortige Abschalten der ältesten Meiler nach dem Atomunfall in Fukushima als Fehler.
Lediglich jeder Dritte sieht durch die Energiewende mehr Chancen als Risiken für die deutsche Wirtschaft.
Die größten Probleme aus der Sicht der Führungskräfte:
Gut zwei Drittel der Entscheider geben an, dass sich ihre Haltung zur Kernkraft durch das Atomunglück in Fukushima nicht geändert hat.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: 64 Prozent der Entscheider sorgen sich um die Stabilität des Euro. Als einen Grund für die Krise sehen mehr als zwei Drittel, dass die EU sich zu schnell erweitert und vertieft hat.
Trotzdem hält der Umfrage zufolge nicht einmal ein Drittel den Austritt von hochverschuldeten Mitgliedern der Euro-Zone für den richtigen Weg.
Fast neun von zehn Führungskräften glauben, dass Griechenland seine Probleme nur durch eine Umschuldung in den Griff bekommen kann. (uqrl)