Deutsche Handwerksbetriebe sind optimistisch

Handwerk

07.09.2011 – Im zweiten Quartal 2011 haben deutsche Handwerksbetriebe sieben Prozent mehr Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend gut ist die Stimmung im Handwerk.

Laut Statistischen Bundesamt (Destatis) erzielten alle sieben Gewerbegruppen des Handwerks im zweiten Quartal 2011 höhere Umsätze als im zweiten Quartal 2010. Das Bauhauptgewerbe und die  Handwerke für den gewerblichen Bedarf hätten sogar ein zweistelliges Umsatzplus gemeldet. Außerdem verzeichnete Destatis in fünf der sieben Gewerbegruppen Ende Juni 2011 mehr Beschäftigte als Ende Juni 2010.

Handwerksbetriebe sind optimistischer als 2008

Die erfreuliche Lage im Handwerk dokumentiert eine Studie von ServiceBarometer im Auftrag der Adolf Würth GmbH und Co. KG: Die 1.270 Befragten aus deutschen Handwerksbetrieben zeigten sich im Vergleich zu 2008 deutlich optimistischer.

71 Prozent der deutschen Handwerksbetriebe rechnen laut der Studie mit einer positiven Entwicklung ihrer Geschäftslage innerhalb der nächsten drei Monate. 2008 habe dies nicht einmal die Hälfte der Befragten angegeben. Gut ein Drittel erwarte außerdem einen Mitarbeiterzuwachs. Mehr als die Hälfte meinten, dass ihre Handwerksleistung aktuell eine sehr gute oder gute Profitabilität aufweist.

Weitere Ergebnisse der Studie:

1. Werbung: Weniger gedruckte Werbemittel

Deutsche Handwerksbetriebe vernachlässigen in der aktuellen Hochphase gedruckte Werbemittel zur Neukundengewinnung, zum Beispiel Hausprospekte, eine Preisliste oder Visitenkarten bzw. Flyer für die Mitarbeiter. Dagegen legten die Befragten häufiger Wert auf einen zeitnahen Rückruf bei einer Kundenanfrage oder auf eine einheitliche Arbeitskleidung der Mitarbeiter.

2. Mitarbeiter: Mehr Investitionen in Fortbildungen

Die besonders erfolgreichen Betriebe investieren öfter in Fortbildungen und Mitarbeiterentwicklung. 37 Prozent der erfolgreichen Betriebe hätten angegeben, einen eigenen Personalverantwortlichen zu beschäftigen (Durchschnitt: 19 Prozent) und 39 Prozent führten konsequent turnusmäßige Mitarbeitergespräche (Durchschnitt: 23 Prozent).

3. Angebote: Verbreiterte Leistungspalette

Ein Trend im Handwerk: Das erweiterte Leistungsspektrum wird wichtiger. 43 Prozent der erfolgreichen Handwerksbetriebe hätten ausgesagt, dass sich ihr Leistungsspektrum am ehesten mit "alles aus einer Hand" beschreiben lasse. Im Durchschnitt behaupte dies nur jeder dritte Betrieb. Studienleiter Frank Dornach: "Es wird zunehmend wichtiger werden, für seine Kunden als flexibler Problemlöser zu fungieren als weiter auf seinen Kernleistungen zu beharren."

4. Kunden: Größeres Einzugsgebiet

27 Prozent der Teilnehmer hätten angegeben, dass sich ihr Einzugsgebiet potenzieller Kunden innerhalb der letzten zwei Jahre erweitert hat. In punkto Internet seien die Betriebe der Top-10-Gruppe den anderen Teilnehmern voraus: 89 Prozent von ihnen verfügten über einen eigenen Internetauftritt (Durchschnitt: 79 Prozent). Außerdem böten die Betriebe in der Topgruppe häufiger Referenzen und Downloads auf ihrer Webseite an und seien offener gegenüber Social-Media-Aktivitäten.

(uqrl)

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