04.01.2012 – Nach einem vorübergehenden Einbruch Anfang des Jahres wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich schon ab Mitte 2012 wieder kräftig wachsen.
Das erwarten die Konjunkturexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in ihrer aktuellen Prognose.
Demnach dürfte die deutsche Wirtschaft vor allem zum Jahresbeginn 2012 leicht schrumpfen. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet das Institut nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent.
DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner: "Dank des ab dem Sommer dieses Jahres einsetzenden Aufholwachstums rechnen wir für 2013 aber wieder mit einem Wachstum von 2,2 Prozent."
Nach einer kurzen Rezession Anfang 2012 werden sich die deutschen Exporte und die Inlandsnachfrage laut DIW-Experten ab Jahresmitte bereits wieder kräftiger entwickeln. Die Voraussetzung dieses Szenarios: Die Politik müsse die Eurokrise in den Griff bekommen, so das DIW. Dauere die Krise länger an, könnte es zu einer spürbaren Rezession in Deutschland kommen.
Auch die Weltwirtschaft dürfte laut DIW 2012 zunächst deutlich geringer wachsen als in den vergangenen Jahren. Fichtner: "Mit knapp vier Prozent in 2012 und 2013 bleiben die Raten zwar relativ hoch. Das ist aber vor allem den weiterhin stark wachsenden Schwellenländern zu verdanken."
Vor allem in der ersten Jahreshälfte blieben Produktion und Welthandel gedämpft – erst im weiteren Verlauf sei mit mehr Dynamik zu rechnen.
Ursache für die schwerfällige Konjunkturentwicklung ist laut DIW vor allem die hohe Verschuldung der Staaten und Privathaushalte: Sie dämpfe den privaten Konsum und begrenze die Spielräume für konjunkturstützende staatliche Nachfrage.
Gleichzeitig seien in vielen Ländern die Inflationsraten relativ hoch, so dass die Kaufkraft zusätzlich durch stark steigende Preise gemindert werde – und die Zentralbanken die Konjunktur gerade in den Schwellenländern durch eine weniger expansive Geldpolitik zusätzlich dämpfen. (uqrl)