12.01.2012 – Im Jahr 2011 ist die deutsche Wirtschaft kräftig gewachsen. 2012 dürfte das Wachstum dagegen deutlich geringer ausfallen.
Wie erste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ergeben, war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 um 3,0 Prozent höher als im Vorjahr. Im Jahresverlauf 2011 wurde demnach auch das Vorkrisenniveau beim preisbereinigten BIP überschritten.
2009 hatte Deutschland laut Destatis die stärkste Rezession der Nachkriegszeit erlebt – mit einem historischen Rückgang des BIP von - 5,1 Prozent. Das Jahr 2010 sei dagegen mit einem Wachstum von 3,7 Prozent durch einen rasanten Aufschwung gekennzeichnet gewesen.
Für das laufende Jahr 2012 erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nur eine Wachstumsrate von 0,6 Prozent.
DIW-Konjunkturexperte Simon Junker: "Im Jahr 2012 wird die Konjunktur von der Krise im Euroraum überschattet. Sowohl die Exporte als auch die Inlandsnachfrage werden vorübergehend einen Dämpfer erhalten."
Bis zum Frühsommer rechnet das DIW Berlin nur mit einer schwachen Produktionsentwicklung. Der Grund: Junker zufolge kann sich die exportabhängige deutsche Wirtschaft der sich abschwächenden Weltkonjunktur nicht entziehen.
Die Konjunkturforscher rechnen damit, dass die Krise auch auf die inländische Nachfrage dämpfend wirkt, da die Menschen sich wegen der hohen Unsicherheit mit größeren Ausgaben zurückhalten dürften.
Dennoch gebe es Grund zum Optimismus: Investitionen und Konsum ziehen voraussichtlich ab Sommer 2012 wieder kräftig an. Auch der Außenhandel werde sich merklich beleben.
DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner: "Die deutschen Unternehmen sind wettbewerbsfähig und in den stark wachsenden Schwellenländern weiterhin gut aufgestellt. Auch die Arbeitsmarktsituation dürfte sich nicht wesentlich verschlechtern, wenn die Auswirkungen der Krise nicht zu lange anhalten." (uqrl)