Deutscher Lehrstellenmarkt wie leergefegt

Ausbildungen

12.07.2011 - Azubi-Boom in Deutschland: Die Zahl der Neuverträge zwischen Auszubildenden und Betrieben ist im ersten Halbjahr 2011 auf fast 187.000 gestiegen – 8,2 Prozent mehr als im Juni 2010.

 

Das berichtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). In Westdeutschland betrage der Zuwachs der Neuverträge sogar 8,9 Prozent. Dagegen lägen die Vertragszahlen in Ostdeutschland um 3,4 Prozent über denen im Vorjahreszeitraum.

Betriebe bemühen sich früher um Bewerber

Einen Grund für das deutliche Plus erklärt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann durch Vorzieheffekte: "Die Betriebe schließen früher als in den vergangenen Jahren Ausbildungsverträge ab. Für die Jugendlichen bedeutet dies: Je früher sie sich bewerben, desto größer sind die Chancen auf den Traumjob. Viele Betriebe starten schon jetzt die Suche nach den besten Bewerbern für 2012."

 

Dem schließt sich Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), an: "Die Betriebe haben erkannt, dass sie früher im Jahr aktiv werden müssen, um geeignete Kandidaten für ihre Ausbildungsplätze zu finden."

Jugendliche interessieren sich für Handwerksberufe

Der ZDH meldete ebenfalls deutlich mehr Neuverträge. Im Handwerk liegt die Zahl Ende Juni 2011 demnach bei fast 58.000 Verträgen – ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Die Zahl der angebotenen Lehrstellen sei im Vergleich zu den Vorjahren stark angestiegen. Handwerkskammern in Ballungsräumen melden dem ZDH zufolge, dass sich trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen mehr Bewerber für eine Ausbildung im Handwerk interessieren.

 

Driftmann sieht insgesamt eine andere Entwicklung für alle Berufsbereiche: "Laut Bundesagentur für Arbeit schrumpft in diesem Jahr erneut die Zahl der Bewerber – trotz doppelter Abi-Jahrgänge in Bayern und Niedersachsen und Aussetzung der Wehrpflicht."

Geeignete Bewerber fehlen

Dass es trotzdem mehr Verträge gebe, liege daran, dass mehr Altbewerbern und lernschwächeren Jugendlichen der Einstieg in eine Ausbildung gelinge. Dennoch, so Driftmann: "Um noch mehr Verträge abzuschließen, fehlen mit Blick auf das Gesamtjahr geeignete Bewerber." (uqrl)


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