22.02.2011 - Die öffentlichen Haushalte waren Ende Dezember 2010 mit insgesamt 1.998,8 Milliarden Euro verschuldet. Deutschlands Schulden sind damit allein 2010 um 18 Prozent gestiegen.
Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) nach ersten vorläufigen Ergebnissen zum 31. Dezember 2010.
Die Ergebnisse umfassten Kreditmarktschulden und Kassenkredite. Sie beziehen sich Destatis zufolge auf die Kernhaushalte des Bundes, der Länder, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie auf ihre jeweiligen Extrahaushalte.
Laut Destatis haben die öffentlichen Haushalte ihre Schulden 2010 um 304,4 Milliarden Euro bzw. um 18 Prozent erhöht. Das sei der höchste absolute Zuwachs des Schuldenstandes innerhalb eines Jahres seit dem Bestehen der Statistik.
Wesentlich zum Anstieg beigetragen hätten die so genannten "Bad Banks", die 2010 in Geschäftsbetrieb genommen worden seien.
Allein die Übertragung von Risikopapieren der Hypo Real Estate und die Stützungsmaßnahmen für die WestLB hätten den Schuldenstand zum Jahresende um 232,2 Milliarden Euro erhöht.
Beim Bund beliefen sich die Schulden zum 31. Dezember 2010 laut Destatis auf rund 1.284,1 Milliarden Euro – ein Anstieg um 21,9 Prozent gegenüber dem 31. Dezember 2009.
Die Länder seien Ende Dezember 2010 mit 595,3 Milliarden Euro verschuldet gewesen, was einem Zuwachs von 13,0 Prozent entspreche. Nur Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern hätten ihre Schulden abgebaut - um 5,0 Prozent bzw. um 1,0 Prozent.
Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände einschließlich ihrer Extrahaushalte sei zum 31. Dezember 2010 um 4,9 Prozent auf knapp 119,4 Milliarden Euro gestiegen.
Betrachte man den gesamten Schuldenstand der öffentlichen Haushalte, sei rein rechnerisch jeder Deutsche mit insgesamt 24.450 Euro verschuldet. (uqrl)