Die Täter kommen meistens aus dem Unternehmensumfeld

Wirtschaftsspionage

07.11.2011 - In 70 Prozent der Fälle von Wirtschaftsspionage kommen die Täter aus den Reihen des betroffenen Unternehmens selbst.

Das gehe aus der SiFo-Studie 2009/10 der Steinbeis-Hochschule Berlin hervor, berichtet der Informationsmanagement-Dienstleister Iron Mountain. Die Gründe sind demnach vielfältig: Häufig reiche es aus, dass ein einzelner Mitarbeiter unzufrieden ist und Informationen an die Konkurrenz weiterleitet.

Schutzvorkehrungen keine Selbstverständlichkeit

Das überrascht nicht: Nur 58 Prozent der forschungsintensiven und lediglich ein Drittel der anderen Unternehmen träfen umfangreiche Schutzvorkehrungen für ihre geschäftskritischen Daten.

Mit schwerwiegenden Folgen: Wie aus einer Studie der Beratungsgesellschaft KPMG hervorgehe, konnten sich in drei Viertel der Fälle die Täter mangelhafte interne Kontrollen im Unternehmen zunutze machen, um Daten illegal weiterzugeben.

Für "Spione" können alle denkbaren Informationen eines Unternehmens interessant sein: Besonders gefährdet seien Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Kundendaten, Personaldaten und Know-how in der Fertigung und Produktion.

Informationen werden auf vielen Wegen geklaut

Durch die zunehmende Vernetzung in Zeiten des Internets sind sprachliche, räumliche oder geografische Hürden kaum noch vorhanden.

Auch bei den Methoden zur Wirtschaftsspionage seien die Täter phantasievoll: Die Übergriffe reichen laut Iron Mountain vom Einsatz von professionellen Spionen, Hackern, Trojanern oder Lauschangriffen über das gezielte Einschleusen von Mitarbeitern in fremde Unternehmen.

Absoluten Schutz gegen Wirtschaftsspionage gebe es nicht. Nach Ansicht von Iron Mountain sollten sich Unternehmen allerdings mit den Gefahren auseinandersetzen – viele Unternehmen seien fälschlicherweise noch immer der Meinung, dass ihre Daten uninteressant für Dritte sind.

Eine Checkliste mit den wichtigsten Maßnahmen gegen Wirtschaftsspionage finden Sie unter dieser Meldung. (uqrl)

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