06.02.2012 – Die steigenden Preise und die sinkende Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen werden zunehmend zu Top-Risiken für deutsche Unternehmen.
Das zeigt das DIHK-Unternehmensbarometer "Energie und Rohstoffe für morgen". Demnach ist die Preisentwicklung für 86 Prozent der Unternehmen bei Energie und für 76 Prozent bei Rohstoffen ein Problem.
Sorge bereite den Unternehmen außerdem die Strom-Versorgung: 58 Prozent der Betriebe befürchten eine Zunahme von Spannungsschwankungen und Stromausfällen. Nicht ohne Grund: Seit dem Moratorium hätten sich die Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes mehr als verdoppelt.
Auch die Verfügbarkeit von Rohstoffen sei längst nicht mehr selbstverständlich: Binnen eines Jahres habe sich die Zahl der Unternehmen, die Schwierigkeiten bei der Beschaffung sehen, von 26 auf 47 Prozent nahezu verdoppelt.
Die Gründe: Laut DIHK steigt die Rohstoffnachfrage, während zeitgleich die Abhängigkeit von einzelnen Exportländern wächst. Die Folge: Das unternehmerische Risiko steigt.
Jeder fünfte Industriebetrieb habe aufgrund der unsichereren Versorgungslage bereits Aktivitäten ins Ausland verlagert oder plane einen solchen Schritt – und das, obwohl die Unternehmen ihre Standortqualität insgesamt noch als gut bewerten.
Damit werden die Verfügbarkeit von Rohstoffen und eine ausreichende Energieversorgung zum entscheidenden Standortfaktor. Der DIHK fordert verlässliche Rahmenbedingungen, um die Attraktivität des Standortes Deutschland nicht zu gefährden.
Beispielsweise fordern drei Viertel der deutschen Unternehmen einen Ausbau des grenzüberschreitenden Stromhandels. Zwei Drittel seien außerdem der Meinung, dass die staatlichen Abgaben auf den Strompreis sinken müssen. (uqrl)