31.05.2011 - Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland normalisiert sich: Die Erwartungen der Mittelständler und ihre Lagebeurteilungen sind leicht rückläufig.
Das geht aus dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervor, der sich im Mai 2011 zum dritten Mal in Folge verschlechtert habe: Er fiel laut der KfW Bankengruppe um 1,3 Zähler auf 26,7 Saldenpunkte.
Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage (minus 1,3 Zähler auf 37,4 Saldenpunkte) und die Geschäftserwartungen an das kommende Halbjahr (minus 1,3 Zähler auf 15,8 Saldenpunkte) deuteten ebenfalls auf eine Abkühlung des Geschäftsklimas hin.
Der KfW zufolge ist die weniger günstige Einschätzung der Geschäftslage nur marginal: Sie bewege sich deutlich unterhalb der Schwelle einer durchschnittlichen monatlichen Veränderung. Das Geschäftsklima liege im Mai insgesamt etwa auf dem Niveau vom November 2010.
Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW: "Das Mai-Ergebnis bestätigt die von uns erwartete konjunkturelle Normalisierung, nachdem die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2011 im Vorjahresvergleich um rund fünf Prozent und damit so stark wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland gewachsen ist."
Ein weiteres Ergebnis des Mittelstandsbarometers: Die Unternehmen rechnen erstmals seit längerem mit etwas weniger stark steigenden Absatzpreisen.
Im Mittelstand seien die Preiserwartungen um 2,9 Zähler auf 17,9 Saldenpunkte gefallen – ein willkommenes Entspannungssignal angesichts der zunehmenden Inflationssorgen, so die KfW. Dennoch bleibe das Niveau der Preiserwartungen im längerfristigen Vergleich hoch. (uqrl)