Familienunternehmen setzen jeden zweiten Euro im Ausland ab

Umfrage

19.05.2011 - Nur jedes 20. Industrieunternehmen in Familienhand setzt seine Produkte ausschließlich in Deutschland ab.


Das meldet das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM). Das Institut hat in Deutschland Anfang dieses Jahres 400 Familienunternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz befragt, wo sie ihr Geld verdienen – daheim oder in der Fremde.

Familienunternehmen agieren global

Das Ergebnis: Industriefirmen in Familienbesitz verdienen inzwischen laut IfM fast jeden zweiten Euro im Ausland, Dienstleister immerhin jeden dritten. Die Hälfte der Betriebe erziele mindestens 50 Prozent der Umsätze im Ausland.


Der wichtigste Auslandskunde für die Familienunternehmen sei Frankreich.

China holt nach Meinung der Befragten jedoch schnell auf und wird Frankreich in den kommenden drei Jahren überholt haben.


Auch Russland werde immer wichtiger für deutsche Familienunternehmen. Indien, das momentan gar nicht unter den Top Ten auftaucht, rückt der Befragung zufolge bis 2014 auf Rang fünf vor.

Schritt für Schritt nach Übersee

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Familienunternehmen gehen bei der Eroberung ausländischer Absatzgebiete schrittweise vor – sie expandieren erst dann nach Übersee, wenn die europäischen Märkte zur Heimat geworden sind. 


Das Wachstum werde bevorzugt aus den Einnahmen finanziert. Außerdem verfügen die meisten Familienbetriebe laut IfM Bonn über ausreichend Eigenkapital, das sie auch längere Anlaufphasen auf neuen Märkten unbeschadet überstehen lasse.


Knapp die Hälfte der Familienunternehmen habe außerdem eigene Produktionsstätten im Ausland. (uqrl)

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