15.12.2010 - 72 Prozent der deutschen Führungsspitzen sind mit der Arbeit von Schwarz-Gelb unzufrieden. 61 Prozent halten die Regierung für schwach.
Das geht aus dem "Capital-Elite-Panel" hervor. Demnach meinen mehr als die Hälfte der 541 befragten Führungskräfte, dass Union und FDP nach ihren Anfangsschwierigkeiten immer noch nicht Tritt gefasst haben.
Jedoch hielten aktuell 54 Prozent Angela Merkel für eine starke Kanzlerin – zehn Prozent mehr als im Juni 2010.
Die Befragten hätten vor allem die FDP kritisiert. Nach Meinung von zwei Dritteln aller Befragten sei die Partei stärker, wenn Guido Westerwelle als Parteichef zurückträte.
Potenzieller Nachfolger ist aus ihrer Sicht der derzeitige Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, dem 50 Prozent eine gute Arbeit attestierten.
Dem Aufstieg der Grünen begegneten die Chefs mit Skepsis: 72 Prozent halten sie der Umfrage zufolge für eine Protestpartei, 68 Prozent für wirtschaftsfern, 63 Prozent sehen keine klare Linie und 59 Prozent empfinden die Grünen als realitätsfern. Nur 35 Prozent beurteilten sie als fortschrittlich.
Positiv bewerteten die Entscheider die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland – und zwar so positiv wie seit drei Jahren nicht mehr. Knapp zwei Drittel erwarteten, dass es mit der Wirtschaft auch in den nächsten sechs Monaten weiter aufwärts geht.
Nahezu alle Top-Manager (89 Prozent) bezeichnen die Auftragslage ihres Unternehmens laut Umfrage als gut bzw. sehr gut. Fast jedes zweite Unternehmen wolle neue Mitarbeiter einstellen, nur zwölf Prozent planten einen Personalabbau.
Selbst Vollbeschäftigung erscheine mehr als der Hälfte der befragten Top-Entscheider als eine realistische Perspektive. 69 Prozent sprächen sich vor diesem Hintergrund auch für höhere Löhne aus. (uqrl)