Demnach verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen in Führungspositionen durchschnittlich rund 3.700 Euro monatlich, Männer hingegen rund 4.900 Euro.
Zudem erhielten Frauen in Führungspositionen im Vergleich zu Männern auch weniger Sondervergütungen, etwa Prämien und Gewinnbeteiligungen.
Zuletzt sei es mit knapp 7.200 Euro im Durchschnitt jährlich rund ein Fünftel weniger gewesen.
Das Urlaubsgeld lag 2009 laut DIW bei den Frauen mit 1.065 Euro rund 40 Prozent unter dem der Männer, die etwa 1.800 Euro erhielten.
Ein Grund für die Unterschiede sei, dass das Urlaubsgeld meist in Abhängigkeit des Verdienstes gezahlt wird.
Zudem arbeiteten weibliche Führungskräfte häufiger in kleineren Betrieben, die im Schnitt geringere Sondervergütungen leisten können als Großkonzerne.
Diese Verdienstlücke lasse sich nicht mit der formalen Qualifikation erklären – darin stünden weibliche Führungskräfte den männlichen nicht nach.
Unterschiede in der Berufserfahrung bestehen dem Institut zufolge zwar, seien jedoch meist altersbedingt.
Jüngere Frauen seien am häufigsten in Führungspositionen, ältere Frauen eher selten. Die sehr hohen Führungspositionen seien fast ausschließlich mit Männern besetzt.
Von Bedeutung sei zudem die Berufswahl: In Berufen mit einem Frauenanteil von mindestens 70 Prozent, den sogenannten "Frauenberufen", würden Führungskräfte geringer entlohnt als in typischen "Männerberufen".
Weibliche Führungskräfte in Frauenberufen erzielten 2009 im Schnitt monatlich knapp 2.800 Euro, ihre Kolleginnen in Männerberufen dagegen etwa 4.300 Euro.
Männliche Führungskräfte in Frauenberufen verdienten rund 1.500 Euro mehr als ihre Kolleginnen in Frauenberufen und immerhin fast neun Zehntel dessen, was die männlichen Kollegen in Männerberufen bekamen.
Während Männer laut DIW also ähnlich hohe Einkommen in Männer- und Frauenberufen erzielen, würden Frauen in Frauenberufen deutlich geringer bezahlt.
Das Fazit des DIW: Frauen müssten erhebliche Verdienstabschläge hinnehmen, wenn sie traditionellen Berufswegen folgen.
Wählten sie hingegen Männerberufe, so erhöhten sich die Verdienstaussichten. Den Anschluss an die Männer schafften sie aber nicht. (uqrl)