14.07.2011 - Nur 49 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen die EU in einer starken wirtschafts- und machtpolitischen Position. Ursache der Skepsis ist die Schuldenkrise: Sie könnte nach Ansicht der Führungskräfte einen Flächenbrand auslösen.
Das ist ein Ergebnis der Studie "Revitalising the European Dream" der internationalen Strategieberatung Booz & Company und der Business School INSEAD unter mehr als 2.000 Top-Managern aus der Europäischen Union.
Demnach schätzen 46 Prozent der deutschen Wirtschaftslenker die Haushaltsschieflage in einigen Mitgliedsstaaten als kritisch oder alarmierend ein – sie fürchteten ein Übergreifen der Schuldenkrise auf die Realwirtschaft.
Fast zwei von drei deutschen Führungskräften glauben laut Umfrage jedoch, dass die EU auch im Jahr 2030 immer noch eine wichtige Position im globalen Machtgefüge einnimmt.
Im europäischen Durchschnitt glaubten das etwas weniger Manager: Die langfristigen Zukunftsprognosen fielen nur bei 61 Prozent von ihnen positiv aus.
Klaus-Peter Gushurst, Partner und Sprecher der Geschäftsführung von Booz & Company: "Die europäische Wirtschaftselite sieht die EU in einem fundamentalen Wandel begriffen. Laut unserer Studie ist sie bereit, diesen Veränderungsprozess konstruktiv zu begleiten."
Fast einhellig fordern die Top-Entscheider von den EU-Politikern der Studie zufolge eine wesentlich straffere Geld-, Budget- und Industriepolitik. Insbesondere werde die verwässerte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Besorgnis gesehen.
85 Prozent der europäischen Befragten glauben der Umfrage zufolge, dass die EU bei ihren Mitgliedsstaaten niedrigere und nachhaltige Verschuldungsgrenzen einziehen sollte. Nur so könne Europa langfristig auf den Wachstumspfad zurückkehren und sich im globalen Wettbewerb behaupten. (uqrl)