10.11.2011 – 2000 bis 2010 war ein verlorenes Jahrzehnt für Arbeitnehmer aller Gehaltsklassen: Die Lohnsteigerungen in Deutschland reichten kaum aus, um die Teuerung auszugleichen.
Das zeigt eine neue Arbeitsmarktstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Demnach sanken die mittleren Bruttostundenlöhne von 2000 bis 2010 um durchschnittlich 2,3 Prozent – über alle Lohngruppen hinweg. Bei den Nettolöhnen stiegen Steuern und Sozialabgaben laut DIW in zehn Jahren um 1,4 Prozent.
Stagnierende oder sogar rückläufige Reallöhne sind laut DIW mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen. Es treffe Männer und Frauen, Teil- und Vollzeitbeschäftigte, einfache Arbeiter und Akademiker-Jobs, niedrige und gehobene Gehaltsklassen. Die Spannbreite des Rückgangs lag dabei zwischen etwa einem und 23 Prozent.
Daher sei nicht das Ausufern des Niedriglohnsektors verantwortlich für die schwache Lohnentwicklung. Dieser Bereich wächst der Untersuchung zufolge seit 2006 nicht mehr.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Beschäftigungsstrukturen haben sich merklich verändert. Vor allem seien die beruflichen Anforderungen an die Arbeitnehmer gewachsen – die qualifizierte Arbeit habe zugenommen.
Große Verluste hätten außerdem Arbeitnehmer hinnehmen müssen, die etwa wegen Arbeitslosigkeit oder Erziehungsurlaub zwischenzeitlich ohne Beschäftigung waren.
Für ihre Untersuchung werteten die Autoren Karl Brenke und Markus M. Grabka neue Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus, analysierten Veränderungen der Beschäftigungsstrukturen und legten den Blick sowohl auf die Stundenlöhne als auch auf die monatlichen Erwerbseinkünfte der Arbeitnehmer.
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im Wochenbericht Nr. 45/2011 als Link unter der Nachricht. (uqrl)