31.08.2011 – Während deutsche Mittelständler ihre aktuelle Lage ganz gut beurteilen, sind ihre Geschäftserwartungen im August stark gesunken.
Das geht aus dem Mittelstandsbarometer der KfW Bankengruppe und dem ifo Institut hervor. Demnach gibt das mittelständische Geschäftsklima im August um deutliche 6,3
Zähler nach. Einen noch stärkeren Klimarückgang gegenüber dem Vormonat habe es bisher nur nach der Lehman-Insolvenz 2008 und zu Beginn der Rezession 1992 gegeben.
Ursache des verschlechterten Klimas sei der Einbruch der Geschäftserwartungen mit einem Minus von 9,1 Zählern. Insbesondere die Verunsicherung über die Eurokrise und die Verwerfungen an den Aktienmärkten spielten dabei eine Rolle, so KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch: "Man sollte aber im Blick behalten, dass die Mittelständler ihre Lage immer noch positiver beurteilen als im Boomjahr 2007."
Das Niveau der aktuellen Geschäftslage sei mit 33,9 Saldenpunkten im Mittelstand und mit 35,2 Saldenpunkten bei den Großunternehmen weiterhin positiv, wenn auch etwas abgefallen. Die Beschäftigungs- und Absatzpreiserwartungen gaben laut KfW ebenfalls leicht nach, lägen aber weiter über ihrem historischen Durchschnitt. Insgesamt erwartet die KfW keine Rezession, sondern eine abgekühlte wirtschaftliche Dynamik.
Auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verzeichnet einen Stimmungseinbruch bei Lage und Erwartungen: Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im August um 22,5 Punkte gefallen – und stehen nun bei minus 37,6 Punkten. Mit diesem Wert befinden sie sich laut ZEW unter ihrem historischen Mittelwert von 25,9 Punkten. (uqrl)