01.02.2011 - Eine gesetzliche Frauenquote wird immer wahrscheinlicher. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder präsentieren aber unterschiedliche Modelle.
Die Arbeitsministerin halte eine freiwillige Regelung für unzureichend, berichtet tagesschau.de. Deshalb werde die Bundesregierung im Laufe des Jahres 2011 eine gesetzliche Regelung vorlegen.
Von der Leyen plane einen 30-Prozent-Schlüssel, der als Mindestmarge für Männer und Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten gleichermaßen gelten soll – vor allem in börsennotierten Unternehmen.
Wo genau die Quotierung liegen werde, solle aber nochmals auf "Grundlage ausländischer Erfahrungen" diskutiert werden.
Dagegen setze Familienministerin Kristina Schröder auf eine freiwillige Verpflichtung. Schröder habe im "Handelsblatt" einen Stufenplan zur Frauenquote angekündigt.
Kern des Vorhabens sei eine "gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung": Unternehmen ab einer bestimmten Größe sollen demnach individuell eine selbst bestimmte Frauenquote festlegen, die innerhalb von zwei Jahren erreicht werden muss.
Auch diese Regelung soll laut tagesschau.de für Vorstand und Aufsichtsrat gelten.
Einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge habe der Frauenanteil in den Vorständen der größten 200 Unternehmen 2010 bei lediglich 3,2 Prozent gelegen.
Damit seien 877 der insgesamt 906 Vorstandsposten von Männern besetzt gewesen.
In den größten 100 Betrieben sowie in den 30 DAX-Unternehmen seien sogar nur 2,2 Prozent der Top-Positionen mit Frauen besetzt worden. (uqrl)