13.12.2011 – Zwar verzeichneten die Industrie- und Handelskammern Ende November 2011 ein Plus bei den Ausbildungsverträgen. Trotzdem können immer weniger Unternehmen ihre Lehrstellen besetzen.
Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) registrierten die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Ende November rund 344.000 neue Ausbildungsverträge.
"Das sind 3,5 Prozent mehr Neuverträge als im November 2010", erläuterte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gegenüber der "Passauer Neuen Presse".
Das sei ein bemerkenswert kräftiges Plus – vor allem angesichts der Tatsache, dass sich bei der Bundesagentur für Arbeit 2011 rund 2,5 Prozent weniger junge Menschen als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet haben. Damit hätten sich die Chancen für lernschwächere Jugendliche und Altbewerber auf einen Ausbildungsplatz bei Industrie, Handel und Dienstleistungen weiter verbessert.
Die Kehrseite der Medaille: Immer mehr Unternehmen haben laut DIHK Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen. Wansleben: "Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg rechne ich damit, dass am Jahresende 75.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben."
Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen dieser Entwicklung Wansleben zufolge in Ostdeutschland: Dort hätten 2011 rund acht Prozent weniger Jugendliche die Schulen verlassen als 2010.
"Seit 2005 haben sich die Schulabgängerzahlen im Osten sogar halbiert", so Wansleben. Dies erkläre den Rückgang der aktuellen Vertragszahlen um gut fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau in den neuen Bundesländern. (uqrl)